Normalität durch Kontinuität

Kinder können sich auch daran gewöhnen, einen Elternteil nur alle zwei Wochen zu sehen, erzählt Gabriele Pock von der Besuchsbegleitung der Volkshilfe Tirol. Wichtig ist, dass ein Stück Selbstverständlichkeit einkehrt.

Melanie ist acht Jahre alt. Sie ist ein sehr fröhliches Kind; aber ihren Vater hatte sie seit ihrem ersten Geburtstag nicht mehr gesehen. Melanie wollte ihren Vater kennen lernen. Im Vorfeld habe ich mit ihr die Situation durchgesprochen. Wie es ablaufen wird und wie es sich anfühlen könnte. Außerdem habe ich mich mit dem Vater vorher noch getroffen. Der war natürlich auch sehr aufgeregt. Ich habe ihm dann klar gemacht, dass man die eigene Aufregung ruhig ansprechen kann.

Dann haben wir uns in einem Burger-Schnell-Imbiss getroffen, das wollte das Kind. Dann stehen wir in der Schlange und das Mädchen fragt: "Gibt‘s des öfters, dass Kinder ihren Papa sieben Jahre nicht gesehen habe?" Ganz laut. Alle in der Schlange haben her gesehen. Der Papa kriegt einen hochroten Kopf und ich habe schon bemerkt, der kann jetzt nicht antworten. Ja, das kommt öfters vor, habe ich gesagt, du bist nicht die einzige. Das hat den Druck aus der Situation heraus genommen. Für das Kind und für den Vater.

Kinder wünschen sich Normalität. Die Besuchskontakte sollen so problemlos wie möglich funktionieren. Die Kinder können sich daran gewöhnen, einen Elternteil nur alle vierzehn Tage zu sehen, wenn ein Stück Selbstverständlichkeit einkehrt. Den Kindern hilft auch, wenn die Eltern weiter auf der Elternebene kommunizieren können. Wenn sie sich begrüßen und miteinander darüber reden können, was ihre Aufgabe als Eltern an Austausch erfordert. Das wäre ideal für die Kinder.

Wir arbeiten mit den Eltern und den Kinder, wobei Gespräche in der Anfangsphase wichtig sind. Bei den Begleitungen ist dann unser Ziel, dass die Kinder sich während der Kontakte wohl fühlen. Nicht in irgendwelche Konflikte hinein geraten. Wir halten uns aber dann zunehmend im Hintergrund. Weil das Kind zum Erziehungsberechtigten eine Beziehung aufbauen soll und nicht zu uns.

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Kontakt:

Melanie Rami, MA

Kampagnenmanagement

melanie.rami@volkshilfe.at

+43 (0) 676 83 402 228

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