Volkshilfe-Delegation besichtigt Demenzdorf

Demenz ist ein drängendes Problem. "Das verlangt, über den Tellerrand zu blicken", sagt Barbara Gross, Präsidentin der Volkshilfe Österreich.

Amsterdam, 21. April 2017

Im niederländischen Städtchen De Hogeweyk gibt es eine Wohnsiedlung, die nach den Regeln von an Demenz Erkrankten funktioniert. Der integrierte Ansatz der Betreuung orientiert sich an den individuellen Lebensstilen der BewohnerInnen.

Nicht nur die Wohnungen sind den Milieus nachempfunden, aus denen ihre BewonerInnen stammen, sondern auch das Aufeinander Zugehen zwischen den BewohnerInnen und den Pflegekräften sowie die Freizeitgestaltung orientieren sich an den individuellen Lebensstilen. Zur Verfügung stehen zum Beispiel ein Supermarkt, Kaffeehaus, Restaurant, Theater und Friseursalon.

Eine große österreichische Volkshilfe Delegation hat das Demenzdorf besichtigt und erhielt einen guten ersten Eindruck vom innovativen Ansatz der Betreuung von an Demenz Erkrankten. Barbara Gross, die Präsidentin der Volkshilfe Österreich, sagt: „Die Anzahl an von Demenz Betroffenen wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten massiv steigen. Da ist es notwendig, schon jetzt über den Tellerrand zu blicken und neu zu denken. Das Demenzdorf in Hogeweyk ist ein Ansatz, der diskutiert werden kann“.

In den 23 Wohneinheiten leben durchschnittlich sechs bis acht Personen. 240 MitarbeiterInnen und ca. 180 ehrenamtliche HelferInnen engagieren sich im rund 20 Kilometer von Amsterdam entfernten Demenzdorf.

In De Hogeweyk können die Bewohnerinnen und Bewohner das tun, wonach ihnen der Sinn steht. Wer etwa, wie Ruth, nachmittags lieber im Morgenmantel spazieren geht, statt Tee zu trinken, darf dies. Verlaufen kann sie sich nicht. De Hogeweyk ist so verschachtelt gebaut, dass sie immer wieder an ihrem Ausgangspunkt landet.

„Normalität“ ist der Schlüsselbegriff des Konzepts. Auf dem ersten Blick gleicht De Hogeweyk einem ganz normalen niederländischen Dorf, sagt Barbara Gross: „Man muss schon zwei Mal hinsehen, um die Brüche in der Illusion der Normalität zu bemerken: etwa die Tatsache, dass das ganze Dorf nur einen zentralen Ein- und Ausgang hat, der Tag und Nacht kontrolliert wird“. KritikerInnen sprechen von Isolation und Weggesperrt Sein. Andere dagegen sehen Dörfer wie De Hogeweyk als Lösung eines drängenden Problems.

Das Demenzdorf in Bildern finden Sie in diesem Video.

Die Volkshilfe setzt sich auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Thema Demenz auseinander. Alle Informationen zu unserem Zugang und Dienstleistungen finden Sie unter www.demenz-hilfe.at.

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