Volkshilfe: Gegen Grenzkontrollen zwischen Österreich und Italien

Volkshilfe warnt vor Grenzkontrollen zwischen Österreich und Italien

Wien, 4. Juli 2017

Zur Ankündigung aus dem Innen- und dem Verteidigungsministerium, die Abriegelung des Brenners gegen Flüchtlinge aus Italien kommend vorzubereiten, sagt der Volkshilfe Direktor Erich Fenninger: „Nach der Forderung der Schließung der Mittelmeerroute und zahlreichen Angriffen gegen die Rettungseinsätze von Hilfsorganisationen ist dieser Vorstoß nur der neueste Ausdruck einer menschenfeindlichen, unsolidarischen, anti-europäischen Politik. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Österreich bis heute noch keinen einzigen Flüchtling im Rahmen des Relocation-Programms aus Italien aufgenommen hat“.

Die Volkshilfe warnt davor, den Wahlkampf auf dem Rücken der Benachteiligten auszutragen. Die Behauptung, die Anzahl der Menschen, die sich auf die Flucht begeben, würde sich aufgrund verschärfter Kontrollen oder aufgrund einer verringerten Anzahl an NGO-Rettungseinsätzen verringern, ist schlichtweg falsch.

Das zeigen auch wissenschaftliche Studien: Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen, steigen in Boote, ohne zu wissen, ob sie von vielen oder wenigen Hilfsorganisationen aufgegriffen werden. Der einzige erkennbare Effekt einer Einschränkung der Rettungseinsätze: Steigende Todesraten.

Nur durch Wiederherstellung von Frieden, von funktionierenden politischen, sozialen und ökonomischen Strukturen, von Chancen und Perspektiven in Herkunftsländern, können die Flucht- und Migrationsbewegungen reduziert werden.

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