Verleihung der LUISE

Am Donnerstag, dem 3. November 2016 wurde im Marmorsaal des Sozialministeriums die „Luise" verliehen, der Pflege- und Betreuungspreis der Volkshilfe Österreich.

Wien, 4.11.2016

„Mit dieser Auszeichnung rücken wir das Thema Pflege in den Mittelpunkt. Es ist uns ein großes Anliegen, genau jenen Menschen, die täglich Unermessliches leisten und das Wohlergehen eines anderen in den Mittelpunkt stellen, unsere größte Wertschätzung entgegenzubringen. Daher zeichnen wir mit der Luise jene aus, die einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung der gesellschaftlichen Aufgabe der Pflege und Betreuung von Menschen in Österreich leisten", so Barbara Gross, Präsidentin der Volkshilfe Österreich. Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich sagte in seiner Begrüßung, dass „aufgrund des demografischen Wandels die Bedeutung des Themas in Zukunft noch steigen wird. Das kommt auch in den Kategorien der Auszeichnung zum Ausdruck, werden doch neben pflegende Angehörige, ehrenamtliche HelferInnen und pflegenden Kindern und Jugendlichen auch engagierte Unternehmen ausgezeichnet."

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz unterstützt den Pflege- und Betreuungspreis, Bundesminister Alois Stöger dankte in seiner Rede, „all den erwerbstätigen und ehrenamtlichen Fachkräften und auch den vielen Angehörigen, die – auf ihre ganz persönliche Art und Weise – Hervorragendes leisten. Ihnen möchte ich meinen persönlichen Dank für ihr großes Engagement aussprechen. Ohne sie wäre ein würdevolles Leben, ein würdevolles Altern nicht möglich. Das österreichische Pflegesystem macht einen großen Teil der sozialen Stabilität unseres Landes aus. Wir müssen es gemeinsam kontinuierlich ausbauen und zukunftsorientiert gestalten, um die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen zu verbessern", betonte Sozialminister Alois Stöger.

Auch Novartis unterstützt die Auszeichnung, Country Manager und Geschäftsführer George Zarkalis von Novartis sagte zu seinen Beweggründen: „Unsere Mission bei Novartis ist es, neue Arzneimittel und Verfahren zu entwickeln, die das Leben von Menschen verlängern und verbessern. Wir tragen diese große Verantwortung nicht alleine, sondern gemeinsam mit den Ärzten und jenen Menschen, die die Patienten liebevoll betreuen und pflegen. Diese übernehmen dabei  die schwerste und verantwortungsvollste Aufgabe, sorgen für das menschliche Wohlbefinden ihrer Angehörigen und widmen dafür einen Teil ihres Lebens. Das finden wir von Novartis großartig, und deshalb unterstützen wir den Pflegepreis Luise. Damit der wertvolle Beitrag der pflegenden Angehörigen und der ehrenamtlichen HelferInnen anerkannt wird und diese Menschen geehrt werden."

Rund 120 Menschen besuchten die Preisverleihung, darunter zahlreiche VertreterInnen von Hilfsorganisationen, Selbsthilfegruppen und Interessenvertretungen. Laudationes hielten Präsidentin Barbara Gross (Volkshilfe Österreich), Birgit Meinhard-Schiebel (Präsidentin der Interessensgemeinschaft pflegender Angehöriger), Sektionschef Manfred Pallinger (Sozialministerium) und Martin Nagl-Cupal (Institut für Pflegewissenschaft). Die Moderation von Verena Scheitz und eine unterhaltsame Lesung von Dieter Chmelar sowie die musikalische Umrahmung des Bernd Fröhlich Orchesters sorgten für eine festliche Stimmung.

 

Alle Bilder zur Preisverleihung finden Sie hier (Credit: Christopher Glanzl).

Die PreisträgerInnen der Kategorie „Pflegende Angehörige"

Christa Strobl pflegt ihre Tochter Petra seit zehn Jahren rund um die Uhr und betreut auch ihren 13-jährigen Enkel Lukas, den sie 2014 bei sich aufgenommen hat. Trotz der schweren Erkrankung ihrer Tochter beschreiben sie ihre FreundInnen als lustige und lebensfrohe Person, die man einfach ins Herz schließen muss.

Margit Arbesleitner pflegt ihre Mutter rund um die Uhr und bis vor kurzem ihre Großmutter. Die im Alter von 102 Jahren verstorbene Großmutter hatte zwei Schlaganfälle, war bettlägerig und dement. Zusätzlich ist Margit seit 1994 als Landwirtin tätig, hat drei Kinder großgezogen und betreut nebenbei noch zwei Pflegefälle.

Sabina Lachner pflegt ihren Sohn Philipp, der mit neun Jahren beim Überqueren einer Straße von einem Auto erfasst wurde. Das daraus resultierende Schädelhirntrauma mit Dauerfolgen verlangt Betreuung rund um die Uhr. Mit ihrer positiven Einstellung hat sie aus ihrem Sohn einen fröhlichen jungen Mann gemacht und ist immer darauf bedacht, ihm alle Wünsche zu erfüllen.

Die PreisträgerInnen der Kategorie „Ehrenamtliche HelferInnen"

Christl Martinek engagiert sich seit 19 Jahren ehrenamtlich in der CS Caritas Socialis Pramergasse. Trotz ihres hohen Alters begleitet sie BewohnerInnen zu Geburtstagsfeiern, in den Schönheitssalon, bei Ausflügen, unterstützt SeniorInnenbetreuerInnen bei Gruppenaktivitäten und zeichnet sich durch liebevolle Einzelbetreuung aus.

Eduard Sporer engagiert sich seit 1997 und hat seither ca. 20.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet. 2013 begann er, an Demenz erkrankte Menschen in der Seniorenpflegeresidenz Hoffmannspark in Purkersdorf zu besuchen, parallel dazu ist er auch im Wilhelminenspital tätig. Nebenbei unterstützt er auch noch seine Tochter in der Erziehung ihres 13-jährigen Sohnes.

Sonja Knötzl engagiert sich seit 12 Jahren ehrenamtlich. Wöchentlich leitet sie eine Gruppe für demenzerkrankte SeniorInnen und Kinder und hilft auch bei Festen und anderen Aktivitäten mit. Frau Knötzl nahm zudem am EU-Projekt „80+" teil, das sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen über 80 Jahren bei eigenen Initiativen zu begleiten.

Die Preisträgerinnen der Kategorie „Pflegende Kinder & Jugendliche"

Anna Mayr und Carina Haslehner kümmern sich um Annas ältere Schwester Theresa, die durch eine seltene Krankheit physisch und psychisch beeinträchtigt ist und Rund-um-die-Uhr Betreuung braucht. Sie unterstützten Theresa beim Ankleiden, beim Frühstück, kochen mittags mit ihr und gehen am Nachmittag mit ihr spazieren. Zwischendurch sind hauswirtschaftliche Tätigkeiten und das Wickeln notwendig.

Die PreisträgerInnen der Kategorie „ArbeitgeberInnen, die die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf fördern"

Die Allianz Gruppe Österreich hat einen strukturierten Prozessablauf zum Umgang mit und für pflegende MitarbeiterInnen entwickelt und bietet ihren MitarbeiterInnen umfassende Informations- und Unterstützungsleistungen an. Als erste Anlaufstelle für die/den pflegendeN MitarbeiterIn gelten die Führungskraft sowie die Personalabteilung.

Die Erste Group Bank AG/ Erste Bank Österreich stellte in Beratungsgesprächen den Bedarf an Beratung zum Thema Pflege und Beruf fest. Gedeckt wird dieser nun durch verschiedene Unterstützungsleistungen für MitarbeiterInnen, z.B. kostenlose Beratung und Unterstützung in Kooperation mit dem Gesundheitszentrum der Ersten Bank. Seit 2016 sind Pflegeteilzeit und Pflegesabbatical außerdem mit Rechtsanspruch in der Betriebsvereinbarung verankert.

Die Sparkasse Niederösterreich Mitte West AG unterstützt ihre MitarbeiterInnen in Notsituationen und bietet individuelle Unterstützungsleistungen an. So wird die familiäre Situation in den Mitarbeitergesprächen eingebunden, es gibt hilfreiche Tipps zum Thema Pflege in Form von Workshop s und Seminaren, außerdem variable Arbeitszeiten, die Möglichkeit zur Heimarbeit und diverse Sabbatical-Modelle.

Dank gilt UnterstützerInnen

Der „Österreichische Pflege- und Betreuungspreis" wird unterstützt vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Die Volkshilfe dankt den SponsorInnen und KooperationspartnerInnen Novartis, apetito und Weingut Hillinger.

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