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Sozialkantine plant Catering Service

Tatiana Bodeanu mit dem Team von Wien Work

Die Volkshilfe betreibt in Moldau eine Sozialkantine, die behinderte Jugendliche auf Berufe in der Gastronomie vorbereitet. Die von den Jugendlichen zubereiteten Mahlzeiten werden einmal pro Tag an die unter Armut leidende örtliche Bevölkerung verteilt. Nun soll die Sozialkantine um ein Catering Service erweitert werden, durch den Eigenmittel erwirtschaftet werden können.

Wien, 22.11.2013

Tatiana Bodeanu, die als Köchin mit den Jugendlichen in der Sozialkantine arbeitet, war im November bei Wien Work um sich mit Experten des Geschäftsfeldes Gastronomie auszutauschen und stand für ein kurzes Interview bereit, in dem sie von den Herausforderungen und den Chancen des neuen Vorhabens erzählt.

Volkshilfe: Seit wann arbeitest du in der Sozialkantine?

Tatiana Bodeanu: Ich arbeite seit Juli 2013 in der Sozialkantine, also seit die Kantine den Betrieb aufgenommen hat.

Volkshilfe: Und wie bist du zu diesem Job gekommen?

Tatiana Bodeanu: Der Präsident von Eco Razeni (eine lokale Partnerorganisation der Volkshilfe vor Ort, Anm.), Sergiu Gurau, hat mich ungefähr im Dezember des Vorjahres angerufen und mir von dem Projekt erzählt. Er hat mir auch erzählt, dass sie einen Koch bzw. eine Köchin brauchen würden. Er hat dann mit mehreren KöchInnen telefoniert bzw. mit ihnen gesprochen, aber ich wurde auch von Seiten des Dorfes sehr empfohlen. Nachdem es dann auch Vorgespräche gab wo mir das Vorhaben genau erklärt wurde, habe ich dann eigentlich relativ spontan zugesagt.

Volkshilfe: Was hast du gemacht bevor du zur Sozialkantine gekommen bist?

Tatiana Bodeanu: In dem Moment wo Sergiu mich angesprochen hat war ich gerade in Karenz, ich habe zwei kleine Kinder. Es hat sich für mich auch gut getroffen, dass ich in der Sozialkantine nicht so viele Stunden arbeite. Vorher habe ich in einem Privatgymnasium in Kischinau gearbeitet.

Volkshilfe: Und was gefällt dir an deiner Arbeit besonders gut?

Tatiana Bodeanu: Eigentlich alles! (lacht)

Volkshilfe: Gibt es auch Herausforderungen und Probleme mit denen du zu kämpfen hast?

Tatiana Bodeanu: Große Probleme in dem Sinn gibt es nicht, es gibt die Probleme die es immer gibt wenn man etwas Neues macht, bis man weiß wie die Dinge wirklich laufen und bis alles rennt. Es gibt natürlich auch immer wieder Schwierigkeiten mit den Jugendlichen, den vier Mädchen, weil sie schwer zu führen sind, aber ich würde es nicht als großes Problem sehen. Die Mädchen haben ja auch noch nie irgendwo gearbeitet und waren auch sonst sozial nicht integriert. Besonders im ersten Monat war es für mich, aber auch die Mädchen, schwierig einen Rhythmus hineinzubringen.

Volkshilfe: Welche Erwartungen hast du an den Austausch bei Wien Work in Wien bzw. welche Kenntnisse möchtest du nach Moldau mitnehmen?

Tatiana Bodeanu: Ich erwarte mir einerseits zu sehen welche Gerätschaften, welche Boxen und welches Geschirr wir brauchen, wenn wir Caterings in Moldau anbieten wollen, und andererseits neue Rezepte kennenzulernen, die man vielleicht als Markenzeichen verwenden kann, weil man sie in Moldau nicht so kennt. Und natürlich auch Rezepte die einfach zuzubereiten sind, günstig sind und nicht so aufwendig sind wie die Hausmannskost, die wir servieren. Für die sind wir in der Umgebung sehr bekannt, aber die Speisen sind sehr detailliert in der Zubereitung und daher für ein Catering weniger geeignet. Deshalb möchte ich mir auch Rezepte nach Moldau mitnehmen, die ein bisschen einfacher nachzukochen sind.

Volkshilfe: Gibt es bereits Catering Unternehmen in Moldau?

Tatiana Bodeanu: Es gibt Caterings in der Hauptstadt in Form von Restaurants und Kaffeehäusern die das vor Ort anbieten, aber ein Konferenz Catering, so wie wir es anbieten, gibt es meines Wissens nach nicht und ein Catering wo Jugendliche mit Behinderung arbeiten, da sind wir sicher die ersten.

Volkshilfe: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg mit dem Catering Service!

Mehr Informationen zum Projekt unter: www.volkshilfe.at/moldau

Das Projekt wird von der Volkshilfe gemeinsam mit Wien Work und der  lokalen Partnerorganisation „Eco Razeni“ umgesetzt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz.

Im Bild: Tatiana Bodeanu (2.v.l.) mit dem Team von Wien Work / Foto: Mike Ranz

 

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