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„Den Menschen direkt vor Ort helfen“

Wien, 31.04.2012

Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt. Nach dem Erdbeben 2010 hat sich die Lage der Menschen drastisch verschlechtert. Die Volkshilfe unterstützt in Croix des Bouquets das Zentrum für Gesundheit und integrierter Entwicklung (CSDI), eine nicht-staatliche Organisation in Haiti. Anfang Juni war Leiter Dr. Foblas zu Gast in Wien.

Volkshilfe Magazin: Bitte beschreiben Sie uns die aktuelle Situation in den Flüchtlingscamps in Haiti.

Dr. Foblas: Heute leben geschätzte eine Million Menschen, die Hälfte davon rund um Port-au-Prince, in den Flüchtlingszeltstädten. Und die Lage verschlechtert sich laufend. Frauen und Kinder sind besonders stark betroffen – viele haben ihre Ehemänner und Väter verloren. Witwen und Waisen kämpfen tagtäglich ums Überleben. 

Volkshilfe Magazin: Was ist das größte Problem? 

Dr. Foblas: Die Nahrungsmittelknappheit und medizinische Versorgung stellen die größten Probleme dar. In unser Zentrum kommen sehr viele mangelernährte Kinder.

Volkshilfe Magazin: Und wie ist die Situation mit Trinkwasser?

Dr. Foblas: Durch die Unterstützung von Hilfsorganisationen konnten viele Brunnen angelegt werden. Die Trinkwasserversorgung ist ausreichend. Wie gesagt fehlt es aber an Nahrungsmittel. Wir haben sehr viele Waisenkinder, die

Volkshilfe Magazin: Wie hilft Ihre Organisation den Menschen in den Flüchtlingslagern?

Dr. Foblas: CSDI ist die einzige lokale Organisation, die in den Zeltstädten direkt aktiv ist. Unser Zentrum haben wir Mitten in einem Flüchtlingslager in Croix des Bouquets aufgebaut. Deshalb wissen wir sehr genau, welche Hilfe die Menschen benötigen.

Volkshilfe Magazin: Die Volkshilfe unterstützt das Zentrum seit zwei Jahren. Welche Erfolge hat es bereits gegeben?

Dr. Foblas: Wir konnten ein mobiles Team aus ÄrztInnen und Fachpersonal aufbauen und ausrüsten. Das Team besucht jedes Zeltlager viermal pro Monat und behandelt PatientInnen vor Ort. Außerdem verteilen wir einmal im Monat Nahrungspakete an die Menschen. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist auch die Aufklärung über Hygiene, Ernährung und Krankheiten.

Volkshilfe Magazin: Was sind die Pläne für die Zukunft?

Dr. Foblas: Wir wollen weiter um ein menschenwürdiges Leben kämpfen. Die Menschen müssen sicher leben können. Der nächste Schritt ist auf jeden Fall, den Kindern und Jugendlichen Ausbildungschancen zu ermöglichen. Nur so kann es nachhaltige Verbesserungen geben. Außerdem planen wir eine demografische Untersuchung, damit wir die Projekte noch besser auf die Bedürfnisse der Menschen ausrichten können.

Volkshilfe Magazin: Möchten Sie noch ein paar Worte an unsere LeserInnen richten?

Dr. Foblas: Ich bin nach Österreich gekommen, um Danke zu sagen. Viele Menschen haben sich von Haiti abgewandt. Wir brauchen aber weiterhin dringend Hilfe. Und wenn es keine Spenden gibt, können wir keine Hilfe leisten.

Volkshilfe Magazin: Danke für das Interview!

Kurz-Biografie

Dr. Foblas wurde als 10. Kind einer 13-köpfigen Familie in Haiti geboren. Als einziger seiner Familie konnte er einen Universitätsabschluss in Medizin in Kanada absolvieren. Nach seinem Studium kehrte er nach Haiti zurück. 1994 nahm er mit seiner selbstgegründeten Nicht-Regierungsorganisation CSDI die Arbeit im Zentralplateau von Haiti auf. Seit dem Erdbeben im Jänner 2010 hilft er mit einem 30-köpfigen Team den Menschen in den Zeltlagern von Port-au-Prince.

Bitte helfen Sie uns helfen!

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, damit möglichst vielen Erdbebenopfern ein neuer Start ins Leben ermöglicht werden kann.

Spendenkonto: PSK 1.740.400; BLZ 60.000; Kennwort „Haiti“
Ihre Spenden sind steuerlich absetzbar.
Die Volkshilfe ist eine von acht Partnerorganisation von "Nachbar in Not".

Im Rahmen unserer Tätigkeiten in Haiti bedanken wir uns herzlich für die Unterstützung: Oberösterreichische Nachrichten, profil, Österreich, SPÖ, Pensionistenverband Österreichs, T-Mobile, Renner Institut, ASKÖ, Floridita, BMASK, Österreichische Kontrollbank 


Für mehr Informationen zu den einzelnen Projekten kontaktieren Sie bitte:
Mag. Heide Mitsche
Internationale Zusammenarbeit
Tel: +43 (0) 1 402 62 09-27
heide.mitsche@volkshilfe.at

Für mehr Informationen zum Thema „Spenden“ kontaktieren Sie bitte:
Karin Ortner
Öffentlichkeitsarbeit und Spendenwesen
Tel: +43 (0) 676 834 02 283
spenden@volkshilfe.at

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