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Kampf für Frauenrechte

Die Volkshilfe unterstützt Projekte des Vereins MUDHA, der sich für die Rechte von Dominiko-Haitianerinnen einsetzt.

Wien, 23.09.2013

„Unsere Aufgabengebiete lassen sich auf vier Schwerpunkte zusammenfassen: Menschenrechte, Bildung, Gesundheit und Kultur.“ Christiana Luis Francisca ist Präsidentin des Vereins MUDHA. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Marisol Baez stattete sie der Volkshilfe Österreich im Sommer einen Besuch in Wien ab. Im Gespräch beschreibt Präsidentin Francisca die schwierigen Lebensbedingungen von Dominiko-Haitianerinnen.

„Viele HaitianerInnen sind nach dem dramatischen Erdbeben 2010 in die Dominikanische Republik geflüchtet oder wurden aufgrund dringender medizinischer Versorgung dort hingebracht. Ihnen bleiben grundlegende Menschenrechte verwehrt. Besonders Frauen sind Opfer von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung“, berichtet die Präsidentin über den Alltag von Dominiko-Haitianerinnen.

Regierungsunabhängig

MUDHA wurde 1983 als regierungsunabhängiger Verein von Frauenrechtlerin Sonia Pierre gegründet, deren Familie als Wanderarbeiter in die Dominikanische Republik lebte. Seither kämpft MUDHA für mehr Gleichberechtigung. Sonia Pierre stirbt völlig überraschend im Dezember 2011. Ihre Nachfolgerin als Präsidentin wird Christiana Luis Francisca.

Schutz vor Diskriminierung

Marisol Baez ist seit 2010 bei MUDHA dabei. Die Jus-Studentin engagiert sich ehrenamtlich in der Rechtsberatung. Ihre Beratung wird häufig bei Migrationskonflikten gesucht. „Dominiko-Haitianerinnen müssen laufend Razzien und Abschiebungen befürchten. Grundlegende Menschenrechte, wie Gleichheit vor dem Gesetz oder Diskriminierungsfreiheit, bleibt ihnen verwehrt“, erzählt die Rechtsberaterin.

Im Alltag erlebt sie oft, dass die Not vererbt wird. „Kindern von haitianischen Eltern wird häufig das Recht auf eine Staatsbürgerschaft verweigert. Sie sind de facto staatenlos.“

MUDHA hat eine Schule und einen Kindergarten aufgebaut, in welchen Mütter ihre Kinder während der Arbeit in sicheren Händen wissen. Es gibt Bildungsangebote, Lesen und Schreiben wird gelehrt und auch die Gesundheitsberatung kommt nicht zu kurz. MUDHA schafft Arbeitsplätze für Frauen. Beispielsweise werden Handwerkskurse für Frauen geboten. Die Frauen stellen Produkte und Güter für den lokalen Markt her und können so ein Einkommen erwirtschaften. 

„Wir versuchen mit den wenigen Mitteln, die uns zu Verfügung stehen, möglichst viel für die Frauen und Kinder zu erreichen“, sagt Präsidentin Francisca.

Über den Konflikt

Schätzungen zufolge leben zwischen 500.000 und 1.000.000 HaitianerInnen in der Dominikanischen Republik. Viele arbeiten zu Billiglöhnen auf Baustellen, in der Landwirtschaft oder in Haushalten. Die Wirtschaft ist auf die Einwanderer angewiesen. Dominiko-HaitianerInnen sind enormen Anfeindungen, Fremdenhass und Diskriminierung ausgesetzt. Immer wieder kommt es zu illegalen Abschiebungen und zu grundlegenden Menschenrechtsverletzungen.

Ihre Spende für Frauenrechte
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Im Bild: MUDHA besucht die Volkshilfe: (v.l) Christiana Luis Francisca (Präsidentin MUDHA), Heide Mitsche (Volkshilfe), Marisol Baez (MUDHA)

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