Volkshilfe Symposium: Lernen fürs Leben!

Volkshilfe Präsidentin Gross: In Zeiten eines politischen Umbruchs müssen wir beim Thema Bildungsgerechtigkeit noch genauer hinschauen

Wien, 24. Oktober 2017

An und um den Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut setzt die Volkshilfe jährlich österreichweit zahlreiche Maßnahmen, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Fester Bestandteil der Aktivitäten ist das von der Volkshilfe Österreich jährlich veranstaltete Symposium zum Thema Kinderarmut, das am 24.Oktober im Dachsaal der Wiener Urania stattfand.

In einer ersten Bilanz freut sich Barbara Gross, Präsidentin der Volkshilfe Österreich über das Ergebnis der Veranstaltung, das in Zeiten eines politischen Umschwungs aber gleichzeitig höchst notwendig sei: „Im Symposion wurden die Grundlagen für zukünftige Projekte gelegt, um den engen Zusammenhang von Kinderarmut und mangelnden Bildungschancen zu durchbrechen. Dazu werden wir der neuen Regierung genau auf die Finger schauen. Die Volkshilfe wird eine starke Stimme der Zivilgesellschaft sein und für die Rechte und Chancen von allen Kindern eintreten.“ Der Direktor der Urania, Günther Sidl hieß die Gäste – zum Großteil ExpertInnen im Bereich Armut – herzlich willkommen: „Die Volkshochschulen sind seit 1910 ein Ort der Bildung. Dazu gehört auch immer, ein Forum für das Nachdenken über die besten Bildungschancen zu bieten.“

Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich gab in seinem Input Einblick in die Gefühlswelt der Betroffenen: „Armutsbetroffene Kinder benennen ihre Armut nicht mit Worten.

 

Sie fühlen die Ausgrenzung, sie leiden darunter, aber wissen nicht, warum. Die Transformation ins Positive, für ein Bildungssystem, das Chancen für alle eröffnet, wird nur gelingen, wenn wir das Bewusstsein entwickeln, welche ausgrenzende Gewalt wir derzeit noch zulassen.“

In den vier Panels wurde unter reger Beteiligung ein vertiefender Blick auf die außerschulische Jugendbildungsarbeit, die Umsetzung der Kinderrechte, das Modell der Kindergrundsicherung und eine gerechtere Finanzierung von Schulen geworfen. Geleitet wurden die Panels jeweils von Betina Aumair, Volkshochschule Wien, Marion Hackl & Daniela Gruber-Pruner, Österreichische Kinderfreunde, Manuela Wade, Armutsexpertin der Volkshilfe Österreich und Elke Larcher, Arbeiterkammer Wien. 

Jürgen Czernohorszky, Wiener Bildungs- und Integrationsstadtrat nahm gemeinsam mit Sektionschef Kurt Nekula vom Bildungsministerium die Eröffnung des abendlichen Veranstaltungsteils vor. Höhepunkt der Abendsession war die Keynote des bekannten Politikwissenschaftlers Aladin El-Mafaalani aus Münster. Sein Beitrag über die Bedingungen und die Folgen des Aufwachsens in Armut wurde in der anschließenden Podiumsdiskussion mit Erich Fenninger und der Direktorin einer Neuen Mittelschule Erika Tiefenbacher intensiv diskutiert. Den Ausklang des "lehrreichen" Programms lieferte der Auftritt der Rapperin und poetry Slammerin Giga Ritsch. 

Die Volkshilfe Österreich bedankt sich für die Unterstützung durch die Stadt Wien, die VHS Wiener Urania und dem Bundesministerium für Bildung.

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