Volkshilfe: Armut aus den Augen der Kinder

Volkshilfe befragt Kinder und Jugendliche: Was bedeutet Armut?

Wien, 18.02.2015

Anlässlich der nächste Woche stattfindenden Armutskonferenz weist Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe auf die Wichtigkeit des Kindes in der sozialen Berichterstattung hin: „In der gesamten sozialen Berichterstattung wird dem Kind nur als ein Teil der Haushaltsgröße Beachtung geschenkt. Die besonderen Herausforderungen und Auswirkungen von Kinderarmut können aber nicht untersucht werden, solange das Kind nicht als Individuum behandelt wird“.

Seit Beginn der Sozialberichterstattung ist klar, welche Risikofaktoren existieren. „Armut ist nach wie vor weiblich. Verstärkt betroffen sind aber auch Familien mit Migrationshintergrund, Erwerbslose und prekär oder geringfügig Beschäftigte, AlleinerzieherInnen und kinderreiche Familien mit nur einer/einem Erwerbstätigen. Ein Viertel der akut Armen sind Kinder“, argumentiert Fenninger die notwendige Bereitstellung von Informationen in der sozialen Berichterstattung. „In Österreich wird Armut immer noch vererbt. Um dem entgegenzuwirken und zu verhindern, dass unsere Kinder schon im frühen Alter von einer sozialen Auslese bedroht sind, müssen wir die täglichen Auswirkungen von Armut und die damit zusammenhängenden Herausforderungen kennen“, sagt Fenninger.

Was bedeutet Armut für die 15- bis 29-Jährigen?

Die Volkshilfe geht mit gutem Beispiel voran und widmete sich im Rahmen ihres Volkshilfe Sozialbarometers der Frage, was Armut für Jugendliche bedeutet und wie sie aus ihrer Sicht erfolgreich bekämpft werden kann. Unter den 663 befragten 15- bis 29-Jährigen gibt mehr als ein Viertel (28%) an, dass unerwartete Ausgaben in der Höhe von ca. 1.000 Euro in ihrem Haushalt nicht ohne Kredite oder Hilfe von Verwandten finanziert werden können.

Die Befragten aus Haushalten mit geringer Kaufkraft verbinden mit Armut Situationen, in welchen das Geld für das Nötigste fehlt, wie beispielsweise neuer Bekleidung. Befragte aus wohlhabenderen Haushalten sehen Armut hingegen deutlich häufiger auch dann gegeben, wenn Aktivitäten wie die Teilnahme an Sport- oder Musikvereinen aufgrund der finanziellen Situation nicht möglich ist. Insgesamt 84% der Befragten stimmen außerdem zu, dass Armut für Kinder und Jugendliche bedeutet, an Schulveranstaltungen wie Sportwochen nicht teilnehmen zu können. „Die Ergebnisse des Volkshilfe Sozialbarometers zeigen unter anderem deutlich: Kinder und Jugendliche, die in Armut aufwachsen, erfahren oft Ausgrenzung, Einsamkeit und Isolation. Wir müssen das soziale Umfeld der Kinder stärken und die Gesellschaft für diese Thematik sensibilisieren“, sagt Fenninger.

Volkshilfe fordert: Schaffung eines integrativen Bildungssystem

Um der sozialen Auslese im frühen Alter entgegen wirken zu können, müssen nicht nur die langfristigen Auswirkungen von Armut auf Kinder erforscht werden, betont Fenninger: „Bildung vermindert das Risiko, in die Armutsfalle zu geraten. Auf der anderen Seite beschränkt Armut die Möglichkeit, eine gute Bildung zu erreichen. Einen Zusammenhang zwischen sozialem Status und Bildung darf es nicht geben“. Die Volkshilfe fordert die Schaffung eines integrativen Bildungssystems, das auf die Stärken aller Kinder ausgerichtet ist.

Weitere Informationen:
www.armutskonferenz.at
www.volkshilfe.at/sozialbarometer

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Pressesprecherin
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melanie.rami@volkshilfe.at

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