Volkshilfe: Haben wir die vielen Toten schon vergessen?

Fenninger ruft die TeilnehmerInnen des morgigen Asylgipfels zu verantwortlichem Handeln auf.

Wien, 19.01.2016

Die aktuelle Debatte um Obergrenzen und Änderungen der Sozialleistungen hält der Direktor der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger „für völlig verfehlt, um nicht zu sagen geschmacklos. Haben wir die vielen toten Menschen im Mittelmeer schon vergessen, die erstickten Flüchtlinge auf der Autobahn in Österreich? Nach diesen dramatischen Ereignissen gab es immer viele Worte des Bedauerns und der Beteuerung, dass Europa seiner Verantwortung gerecht werden muss. Vor allem Österreich, Deutschland und Schweden sind ihrer Verantwortung gerecht geworden und haben schutzsuchenden Menschen geholfen. Aber zum Teil die gleichen Personen, die angesichts der Unzahl an Toten ihrer Erschütterung Ausdruck verliehen haben, reden jetzt ständig davon, dass Österreich mit einem zusätzlichen Flüchtling pro hundert EinwohnerInnen überfordert wäre. Haben wir die vielen Toten wirklich schon vergessen?“.

Anlässlich des morgen stattfindenden Asylgipfels ruft Fenninger die TeilnehmerInnen dazu auf „sich bewusst zu sein, welche dramatische Auswirkungen eine versuchte Reduktion der Zahl der Flüchtlinge gegen Null hätte. Es bedeutet neue Schlepperrouten und weitere Tote. Daher brauchen wir PolitikerInnen, die Verantwortung übernehmen und in Lösungen denken.“

„Jetzt müssen wir die Menschen kontrolliert aufnehmen und am ersten Tag mit Integrationsmaßnahmen beginnen. Mit gutem Willen ist das für Österreich schaffbar. Gleichzeitig muss der Druck auf die EU-Staaten, die kaum Flüchtlinge aufnehmen, verstärkt werden. Und langfristig sollten die Ereignisse ein Weckruf für Europa sein, die Situation in den Herkunftsländern zu verbessern. Es ist die ungeheure Verteilungsungerechtigkeit, die zu katastrophalen Lebensbedingungen in vielen Teilen der Welt führt. Sie ist die Basis für Bürgerkriege und religiös motivierte Gewalt. Wenn wir es nicht schaffen, durch verstärkte Entwicklungszusammenarbeit, Humanitäre Hilfe und faire Handelsbeziehungen die Lebensbedingungen der Menschen deutlich zu verbessern, wird der Flüchtlingsstrom der Verzweifelten kein Ende nehmen“. so Fenninger abschließend.

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