Asylgipfel: Fenninger hofft auf gemeinsamen Schulterschluss

Volkshilfe wird konstruktive Vorschläge in Asylgipfel mit Landeshauptleuten einbringen.

Wien, 24.06.2015

Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich sieht dem heutigen Asylgipfel mit Bundeskanzler Werner Faymann und weiteren Mitgliedern der Bundesregierung sowie den Landeshauptleuten und VertreterInnen der NGOs positiv entgegen: „Der Verlauf des Asylgipfels am Montag zeigt, dass eine systematische Auseinandersetzung mit dem Thema ein sinnvoller Weg ist, um einer Lösung näher zu kommen. Vor allem begrüßen wir den Vorschlag des Bundeskanzlers, Bezirksquoten zur Unterbringung einzuführen“, sagt der Volkshilfe-Direktor in Anbetracht dessen, dass in zwei Drittel der österreichischen Gemeinden bis dato keinE AsylwerberIn untergebracht ist.

Fenninger hofft auf einen positiven Verlauf im heutigen Asyl-Gipfel am späten Nachmittag und einen Schulterschluss aller Beteiligten. Seine konstruktiven Vorschläge, die er in den Gipfel miteinbringen wird, decken folgende Punkte ab:

  • Die derzeitigen Tagsätze sind zu niedrig und wurden seit Jahren nicht angepasst. NGO schießen oft Mitteln zu um eine qualitätsvolle Betreuung zu ermöglichen. Durch eine Tagsatzanhebung auf 25 Euro wäre die Unterbringung finanzierbarer.
  • Außerdem schlägt die Volkshilfe eine Anhebung der Tagsätze für Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge auf das Niveau der Kinder- und Jugendhilfe vor, denn gerade traumatisierte Kinder brauchen die bestmögliche Unterstützung und Betreuung.
  • Private Unterkünfte sind für Asylsuchende oft zu teuer, da sie geringere Kostensätze erhalten, als Flüchtlinge in organisierten Quartieren. Eine Anpassung des Betrages für privat wohnende Flüchtlinge würde zu einer Entlastung des aktuell überforderten Systems führen.
  • Fertigteilsysteme und Container könnten in kleinen Gemeinden ohne freie Wohnflächen auf öffentlichen Grundstücken aufgestellt werden. In zukünftigen Akut- situationen könnte auf solche rasch zurückgegriffen werden.
  • Die Unterstützung bei der Finanzierung von Sanierung bzw. baulicher Adaptierung würde eine viel nachhaltigere Wirkung nach sich ziehen, als das Aufstellen von Zelten.
  • Zusätzlich schlägt die Volkshilfe vor, Personal für die Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Privatquartieren und bei der Koordination mit den BürgermeisterInnen einzustellen. Ein Planungs- bzw. Notfallmanagement würde die Organisation und Zurverfügungstellung von Privatquartieren erleichtern; ausreichend Beratung und Information durch erfahrene Organisationen sind unbedingt notwendig.
  • Eine Wohnungsbörse wäre ein wichtiges Tool, um verstärkt private Unterkünfte zu vermitteln.
  • Nicht zuletzt sollte jede Gemeinde dazu verpflichtet werden, ein bestimmtes Kontingent an Flüchtlingen aufzunehmen.
  • Darauf aufbauen dürfen untergebrachte Flüchtlinge nicht vom Rest der Bevölkerung abgeschottet werden. Ein Nationaler Aktionsplan für die Integration von Flüchtlingen unter der Einbindung einer möglichst breiten Bevölkerung sollte erstellt werden.
  • Integrationswohnraum, der für Anknüpfungspunkte zur Bevölkerung offen ist, wie z.B. eigene betreute Wohnformen für Flüchtlinge in Häusern, ist verstärkt anzubieten. So kann das Bedürfnis nach einem eigenständigen Leben befriedigt und gleichzeitig die Integration gefördert werden.

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