Ein Jahr danach: Voices for Refugees

Fenninger: 150.000 Menschen setzten vor einem Jahr ein historisches Zeichen für Menschlichkeit

Wien, 29. September 2016

Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich initiierte und organisierte am 3. Oktober 2015 die Solidaritätskundgebung „Voices for Refugees. Für ein menschliches Europa“. Es sollte zum größten Solidaritätskonzert der Geschichte Österreichs werden. „Mit Voices for refugees haben wir gemeinsam mit 150.000 Menschen ein in Europa einmaliges, unüberhörbares Zeichen gesetzt und unsere Stimmen für Schutzsuchende und für ein solidarisches Europa erhoben“.

Aus Hilfe wird Protest

Der Direktor bietet einen kurzen Rückblick auf die Ereignisse vor einem Jahr: „Als im Jahr 2015 tausende Menschen gezwungen waren, ihre Heimat aufgrund von Krieg, Terror, Menschenrechtsverletzungen, Verfolgung, Armut und Hunger zu verlassen, formierte sich in Österreich und in vielen Teilen Europas eine bisher unvergleichliche Bewegung. Zahlreiche Menschen – freiwillige und berufliche HelferInnen – haben die schutzsuchenden Menschen wochen- und monatelang unterstützt, gestärkt, ermutigt, betreut und versorgt“. Fenninger spricht von einer neuen Kultur des Helfens, in welcher Hilfe zum Protest wird. „Mit der geleisteten Hilfe wurde auch der Protest gegen von der Politik herbeigeführte Missstände zum Ausdruck gebracht. Außerdem fanden zahlreiche Demonstrationen – als Beispiel die Demonstration „Mensch sein in Österreich“ am 31. August – statt“.

„Voices for Refugees“ – das größte Solidaritätskonzert der Republik

Das von Fenninger initiierte Solidaritätskonzert am Wiener Heldenplatz war der Höhepunkt des Protests, so der Direktor: „Voices for Refugees wurde zum größten Solidaritätskonzert in der Geschichte Österreichs und ein klares Statement für ein menschliches Europa. Nirgendwo sonst kam es zu einer annährend ähnlich großen Manifestation für Flüchtlinge“. Auch Ewald Tatar, Geschäftsführer von Nova Music, der mit seinem Team den künstlerischen Teil organisiert hat, erinnert sich beeindruckt an den 3. Oktober 2015 zurück: „Die Stimmung im Publikum war einzigartig und das Zeichen für Menschlichkeit unüberhörbar“.

Die außergewöhnliche Dimension des Schauplatzes, auf dem das Konzert stattfand, erlaubt grundsätzlich keine Kundgebung, an der nicht außerordentlich viele Menschen teilnehmen, so Fenninger: „Der Heldenplatz als Ort des größten Solidaritätskonzertes, das in Österreich je stattgefunden hat, war klarerweise bewusst gewählt. Der Platz war auch die Bühne, die Bühne der Heldenplatz. KünstlerInnen wie die Toten Hosen, Konstantin Wecker, Bilderbuch oder Zucchero, RednerInnen wie Heinz Fischer, Harald Krassnitzer oder Susanne Scholl, freiwillige HelferInnen – jede Stimme zählte gleich viel“, sagt Fenninger. „Jede Stimme zählte gleich viel. Eine Atmosphäre der Rücksichtnahme und des Respekts, eines friedlichen Miteinanders, eines gemeinsamen Anliegens“.

Unüberhörbares Zeichen für Menschlichkeit

150.000 Menschen waren gleichzeitig vor Ort. Bei einer Dauer von sieben Stunden mehr als 200.000 Menschen in Summe, die ein Zeichen setzten und ihre Stimmen erhoben. Zusätzlich übertrug Puls 4 das Konzert live und exklusiv. „514.200 Menschen sahen im Laufe des Abends via Fernseher zu. Außerdem wurde mit Unterstützung von der Staatsoper ein Livestream zur Verfügung gestellt, den mehr als 15.000 Menschen in Anspruch nehmen – nicht nur von ZuschauerInnen aus Österreich, sondern auch Menschen in Argentinien, China und ganz Europa waren via Livestream dabei“, sagt Fenninger. Außerdem waren 176 MedienvertreterInnen aus aller Welt akkreditiert, die Berichterstattung reichte über ganz Europa bis nach Indien, Nord- und Südamerika.

Solidarität differenziert nicht

Abschließend mahnt Fenninger, auch weiterhin gegen Hetze aufzustehen:
„In Österreich herrschen in vielen Milieus Benachteiligungen. Hetze hat sich ausgeweitet – von Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Terror und Hunger Schutz suchen – auf Benachteiligte unterschiedlicher Arten. Unsere Stimme darf nicht versagen“. Soziale Missstände und Ungerechtigkeiten seien Anlass, aufzustehen und nicht aufzugeben, so der Direktor. Konkret fordert er, der ewigen Diskussion um das unterste soziale Netz ein Ende zu bereiten: „Die Mindestsicherung ist #dasMindeste, um Menschen vor Armut und Ausgrenzung zu schützen. Eine Schlechterstellung von Flüchtlingen ist gesetzeswiddig und eine Deckelung bedeutet eine fehlende Sicherung des Lebensunterhaltes für Familien mit zwei oder mehreren Kindern. Das dürfen wir nicht zulassen“. All jene, die diese Ansicht teilen, bittet der Direktor zur Unterzeichnung der Online-Petition der Volkshilfe. Auf www.dasmindeste.at kann via Formular ein Protestmail an die politischen EntscheidungsträgerInnen gesandt werden.

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Pressesprecherin
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