Volkshilfe: Armutsgefährdung höher als vermutet

Fenninger: "Armut ist kein Märchen, Maßnahmen sind gefordert."

Wien, 17.12.2013

Die neuen EU-Zahlen zur Armutsgefährdung (EU-SILC) ergeben ein realistischeres Bild als bisher. Denn erstmals wurden auch Verwaltungsdaten zur Feststellung der Einkommen herangezogen. "Rund 1,5 Millionen ÖsterreicherInnen sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet", so der Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich Mag.(FH) Erich Fenninger, "das ist schon ein sehr lautes Warnsignal. Besonders die hohe Zahl von nahezu erwerbslosen Haushalten, das sind 490 000 Personen, ist  erschreckend. Hier müssen wir auf vielen Ebenen gegensteuern."

Aber auch die Tatsache, dass sich 260 000 Menschen in Österreich das Heizen nicht leisten können, darunter 57 000 Kinder, ist in einem reichen Land wie Österreich kaum zu glauben. Aber kein Märchen, sondern trauriger Alltag für zu viele Betroffene. Besonders armutsgefährdet sind allein stehende Frauen in Pension, Familien mit mehr als drei Kindern und MigrantInnen.

"Wir dürfen Armut in unserem Land nicht einfach hinnehmen, sondern immer wieder auf die ungleiche Verteilung, vor allem von Vermögen hinweisen. Die obersten 10% halten über 60% des Nettovermögens, die untersten 10% gerade mal 1%. Das sind jene Menschen, die dann in den Beratungsstellen der Volkshilfe landen und um Hilfe bei drohender Delogierung ansuchen oder ihre Energierechnungen nicht mehr bezahlen können. Daher wäre eine Vermögenssteuer das Gebot der Stunde gewesen, aber langfristig ist auch die gemeinsame Schule der 10-14jährigen wichtig, um allen Kindern eine optimale Förderung zukommen zu lassen", so Fenninger.

Mit der aktuellen Kampagne "Kinderarmut ist kein Märchen" macht die Volkshilfe speziell auf Kinderarmut aufmerksam. Alle Forderungen und Informationen unter www.volkshilfe.at/kinderarmut

Im Bild: Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer Volkshilfe Österreich / Fotograf: Mike Ranz

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