Volkshilfe: Investition statt Einsparung im Asylbereich notwendig

Fenninger nimmt zu Einsparungspotenzial von Innenministerin Mikl-Leitner Stellung.

Wien, 23.01.2014

"In der Unterbringung von Asylsuchenden gibt es in Österreich erhebliche Mängel. Statt zu sparen wären dringend Investitionen notwendig", reagiert der Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger auf die Ankündigung der Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Aus Sicht der Volkshilfe sollten die durch das neue Bundesamt für Asyl und Migration und die schnellere Abwicklung der Asylverfahren frei werdenden Mitteln für eine Erhöhung der Grundversorgungsleistungen und zur Qualitätsverbesserung eingesetzt werden und nicht eingespart werden.

Die Unterbringung von Flüchtlingen ist, wie zuletzt auch die Rechercheplattform "Dossier" aufdeckte, höchst unterschiedlich und oft mangelhaft. "Es ist eine Schande, dass in Österreich Menschen in schimmligen Unterkünften, abgeschnitten von Infrastruktur- und Bildungsmöglichkeiten untergebracht werden", kritisiert Fenninger.

Die Volkshilfe fordert daher einheitliche Standards in österreichischen Grundversorgungseinrichtungen. Wichtig sind dabei die Ausstattung der Zimmer und das Vorhandensein von Kochgelegenheiten, ebenso wie eine gute Erreichbarkeit von Einrichtungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich und fachlich qualifiziertes Betreuungspersonal.

Außerdem müssen die Tagsätze valorisiert werden und die Situation von Menschen, die besonders schutzbedürftig sind, muss stärker berücksichtigt werden.

"Ältere Personen, minderjährige Flüchtlinge, schwer traumatisierte Menschen oder kranke Menschen brauchen eine besondere Betreuung", so Fenninger. Diese sollte in der Grundversorgung rechtlich verankert werden und die Tagsätze entsprechend angehoben werden.

"Jeder Mensch hat die gleiche unveräußerliche Würde. Mindeststandards in der Grundversorgung müssen garantieren, dass Flüchtlinge menschenwürdig behandelt werden", so Fenninger abschließend.

Foto: Volkshilfe

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