Fenninger: „Sehe Integrationsunwilligkeit woanders“

Ausschluss und Exklusion erleben nicht nur MigrantInnen

Wien, 25.01.2015

Der Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Erich Fenninger nimmt zur Debatte um die Bestrafung von "integrationsunwilligen" Menschen Stellung. "Für mich läuft die Debatte in eine falsche Richtung. Ich sehe vor allem die Unwilligkeit der Mehrheit, Minderheiten zu integrieren, und Bedingungen, die den Minderheiten eine Integration in die Gesellschaft verunmöglichen. Dazu gehört die enorm lange Wartezeit auf die Staatsbürgerschaft und die hohen Kosten der Einbürgerung ebenso wie das weitgehende Arbeitsverbot von AsylwerberInnen. Dem Einzelnen ist es meist unmöglich sich gegen ausschlussbedingende Faktoren durchzusetzen und sich zu integrieren."

Fenninger geht aber noch einen Schritt weiter: "Integration bezieht sich nicht nur auf MigrantInnen. In einer Welt voller Gegensätze und Spaltungstendenzen werden viele Menschen ausgeschlossen. Wenn 1 % der Weltbevölkerung mehr als 50% des Gesamtvermögens besitzt, werden viele andere vom Wohlstand ausgeschlossen. Diese armutsmachenden Bedingungen schließen arme Menschen von Integration und Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben aus. Diese Bedingungen schließen arme Kinder von Bildung und Gesundheit aus."

"Diese Bedingungen, die aus einer Intergationsunwilligkeit gegenüber Benachteiligten entspringen, gehören "geahndet". Daher trete ich dafür ein, alle Gesetze und politischen Beschlüsse, die einer Integrationsunwilligkeit entspringen, die Integration verunmöglichen, zu ändern", so Fenninger abschließend.

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