Volkshilfe startet Petition GEGEN GRENZZÄUNE

Fenninger: „Erheben wir unsere Stimmen gegen Zäune, für Menschlichkeit“

Wien, 31.10.2015

"Die Ankündigungen der Innenministerin, bauliche Maßnahmen an der österreichisch-slowenischen Grenze durchzuführen ist gegenüber allen Menschen, die sich täglich privat und im Rahmen ihrer Organisationen in der Flüchtlingshilfe engagieren entmutigend und desillusionierend. Neue Barrieren sind gefährlich und können zur Eskalation führen. Stattdessen braucht es ein Bündel an internationalen und nationalen Maßnahmen: die konkrete Unterstützung vor Ort und auf den Flüchtlingsrouten, die Schaffung weiterer winterfester Quartiere und dauerhafter Unterbringungsmöglichkeiten in
Österreich, die sofortige finanzielle Hilfe für die Anrainerstaaten und eine europäische Friedensinitiative, die diesen Namen auch verdient", sagt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

Die Präsidentin der Volkshilfe Österreich Barbara Gross, die selbst gemeinsam mit HelferInnen der Volkshilfe Steiermark am Grenzübergang Spielfeld  aktiv war, schildert ihre Eindrücke: "Angesichts der Bilder von frierenden Frauen und Kindern sind alle Überlegungen, den Zugang durch bauliche Maßnahmen zu verlangsamen einfach unmenschlich. Die HelferInnen leisten großartiges, wir brauchen so viel Unterstützung wie möglich, so rasch wie möglich neue Quartiere, nichts sonst."

"Mit www.gegengrenzzaun.at haben wir eine Petition ins Leben gerufen, mit der wir alle Menschen, die unsere Ansicht und Forderungen teilen mobilisieren möchten, ihre Stimmen zu erheben. Gegen Zäune und für europäische Solidarität", sagt Fenninger. "Europa muss den Menschen, die vor Krieg, Terror und Tod fliehen Schutz bieten und mit einer menschlichen Haltung, mit konkreter Hilfe begegnen. Ein Zaun zwischen Österreich und Slowenien wäre die erste wiedererrichtete Grenze innerhalb des Schengen-Raum und der Beginn des Zerfalls von europäischem Miteinander", sagt Fenninger und listet abschließend alle Forderungen, die TeilnehmerInnen der Petition mit ihren Stimmen unterstützen auf:

  • Gelebte europäische Solidarität: Das bedeutet neben der Aufnahme von Flüchtlingen auch eine Erhöhung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und ein Ende des Waffenexports in Krisenländer.

  • Gegen Grenzzäune in Europa: Ein Zaun im Schengenraum wäre ein sichtbares Zeichen des Scheiterns und kann zum Zerfall der Idee Europas führen.

  • Frieden und Unterstützung vor Ort: Wir fordern eine europäische Friedensinitiative und sofortige finanzielle Hilfe für die Anrainerstaaten.

  • Benachteiligte nicht gegeneinander ausspielen: Unter Benachteiligten dürfen keine Feindbilder generiert werden, denn die Feinde der ausgegrenzten Menschen in Österreich und Europa sind nicht die Flüchtlinge. Nur sozialer Frieden bringt wirtschaftliche Prosperität.

  • Zuversicht leben und Chancen sehen: Das Beenden der Flüchtlingsbewegung ist nur langfristig und mit einem Bündel von politischen Maßnahmen möglich. Heute geht es um die Bewältigung der Herausforderung und wie wir diese für eine positive Weiterentwicklung unserer Gesellschaft nutzen können.

Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf: Keine Zäune an den Grenzen Österreichs!

www.gegengrenzzaun.at

 

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Pressesprecherin
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