Volkshilfe: Idomeni geht uns alle an

Fenninger: Mit der Räumung des Lagers sind die Probleme nicht gelöst

Wien, 25. Mai 2016

Gestern begann die Räumung des Lagers in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze. „Dieses Lager wurde in den vergangenen Monaten zum Inbegriff des Versagens der gesamteuropäischen Flüchtlingspolitik und zum Kristallisationspunkt des Scheiterns der europäischen Solidarität“, so Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

Die Zustände im Lager seien von Anfang an menschenunwürdig gewesen. „Familien versanken im Morast vor den Toren Europas. Die Räumung Idomenis ist aus humanitärer Sicht vernünftig. Aus menschlicher Sicht ist sie dennoch tragisch und wir hoffen vor allem für die vielen Frauen und Kinder, dass die Räumung ohne Zwischenfälle geschehen kann“, so Fenninger. Aus politischer Sicht sei die Räumung Idomenis momentan jedoch leider nichts als eine PR-Aktion. Fenninger: „Man will dieses Lager schließen, aus den Köpfen der Menschen verbannen und damit erreichen, dass die Weltöffentlichkeit den Blick abwendet.“

Dabei sei es jetzt umso wichtiger, genau hinzuschauen, welche humanitären Zustände in den nur notdürftig ausgestatteten Ersatzlagern herrschten. „Wir dürfen unseren Blick nicht abwenden“, so Fenninger. Griechenland sei massiv überfordert und werde von seinen EU-PartnerInnen nach wie vor mit diesem europäischen Problem im Stich gelassen. Denn auch die Alternativlager seien mit gravierenden infrastrukturellen Problemen und Versorgungsengpässen konfrontiert.

„Die Volkshilfe ist seit März in Idomeni und den Lagern Nordgriechenlands aktiv“, so Fenninger. Dank der bisher gesammelten Spendengelder seien bereits vier Projekte realisiert worden: Neben der Versorgung mit Lebensmitteln und Kochtöpfen für individuelles Kochen sei ein mobiler Duschcontainer angeschafft und – gegen den Schlamm – der Bau von Holzböden für Einfamilienzelte eingeleitet und ermöglicht worden. „Allen SpenderInnen herzlichen Dank für die großzügige Unterstützung!“, so Fenninger, doch die Hilfe müsse jetzt weitergehen. „Nach wie vor sitzen 54.000 Schutzsuchende in Griechenland fest. Die Politik hat versagt. Es liegt nun an uns, ihnen menschenwürdige Lebensumstände und Chancen zu ermöglichen.“

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