Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge: Trauriger Rekord in Traiskirchen!

Volkshilfe fordert runden Tisch mit Innenministerin.

Wien, 12.06.2015

Laut der gestrigen Standesmeldung der Grundversorgung befinden sich 1.070 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Bereich der Erstaufnahmestelle Ost. Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe ist über diesen neuen Rekord erschüttert und appelliert: „Mangels geeigneter Kinder- und Jugendquartiere sind ca. 900 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Traiskirchen untergebracht. Dort werden sie zwar versorgt, diese Kinder und Jugendlichen sind jedoch traumatisiert und brauchen einen besonderen Schutz. Das bedeutet, wir brauchen altersadäquate und langfristige Betreuungsplätze“.

Die Ergebnisse der Landeshauptleute-Konferenz wirken zwar am ersten Blick positiv, sagt Christian Schörkhuber, Geschäftsführer der Flüchtlings- und MigrantInnenbetreuung der Volkshilfe Oberösterreich: „Es sind richtige Schritte, sich verstärkt der Problematik der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zuzuwenden sowie geeignete Unterbringung in den Bundesländern und erhöhte finanzielle Unterstützung zur Verfügung zu stellen“.

Er betont aber, dass Worten Taten folgen müssen und kritisiert die Absicht, nun auch die jungen unbegleiteten Flüchtlinge laut Bevölkerungsschlüssel auf die Bundesländer aufzuteilen. „Das derzeitige System der Unterbringung der minderjährigen Flüchtlinge ist zwar schwerfällig, sie werden aber momentan dort untergebracht, wo es WGs oder Heime gibt, die für Minderjährige geeignet sind. Jugendliche Flüchtlinge in abgelegenen Gemeinden unterzubringen, entspricht sicher nicht ihren Bedürfnissen“, so der Geschäftsführer der Flüchtlings- und MigrantInnenbetreuung.

Die momentane Suche nach neuen Quartieren zur Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen sei außerdem schwerfällig: „Es braucht eine strategische Planung statt einer unkoordinierten Suche. Dazu müssen einige Fragen im Vorfeld geklärt werden: Welche Betreuungsmöglichkeiten gibt es derzeit, wo können welche zeitnah geschaffen werden?  Wo sind aktuell neue Quartiere geplant? Möchte der Bund selbst in den Bundesländern Quartiere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zur Verfügung stellen? Und warum sind die Standards zwischen den Bundesländern so unterschiedlich?“, fragt Christian Schörkhuber.

Fenninger und Schörkhuber fordern eine Einbeziehung der NGOs in die Debatte und Lösungsfindung: „Die Situation in Traiskirchen erfordert Taten statt Worte. Alle Stakeholder müssen in die Diskussion einbezogen werden“, sagt Fenninger und fordert damit abschließend abermals die Einladung zum runden Tisch von Bundesministerin Mikl-Leitner: „Die Einbeziehung der Bundesländern sowie der Trägereinrichtungen ist unabdingbar, um die momentane Situation zufriedenstellend zu lösen“.

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