Volkshilfe zum Sozialbericht: Ungleichverteilung verhindert Aufstiegschancen!

Die steigende Kluft zwischen Arm und Reich beeinflusst die soziale Mobilität negativ.

Wien, 21.01.2015

Der Bericht des Sozialministeriums zeigt, dass die Unternehmens- und Vermögenseinkommen in Österreich seit drei Jahrzehnten stärker steigen, als die Einkommen aus Arbeit. Dazu kommt, dass die Abgabenleistung auf Arbeitseinkommen wesentlich höher ist, als die Abgabenleistung auf Unternehmens- und Vermögenseinkommen. „Neben der Kluft zwischen Einkommen aus Arbeit und Vermögen steigt auch die Ungleichheit der Einkommen der selbstständig Beschäftigten. Dazu tragen auch die Zunahme der Teilzeitarbeit und prekärer Beschäftigungsverhältnisse bei. All diese Faktoren bewirken einen zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich“, sagt Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe.

Laut der OECD hat die wachsende Einkommensungleichheit einen merklich negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere, weil die Auswirkungen vor allem die Situation armutsbetroffener Menschen verfestigt. Je geringer das verfügbare Einkommen ist, desto weniger kann im Haushalt für Bildung ausgegeben werden. Das hat massive Auswirkungen auf Aufstiegschancen. Auch in Österreich wird nicht nur Vermögen vererbt, sondern auch Bildung. „Die Situation am Arbeitsmarkt ist gerade für Niedrigqualifizierte oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen ein Problem. Der Druck auf Armutsbetroffene steigt, das zeigen u.a. die aktuellen Daten zur steigenden Langzeitarbeitslosigkeit. In diesem Bereich zu sparen, kann keine Alternative sein“, argumentiert Fenninger.

Auch hinsichtlich der Wohnverhältnisse sind Menschen mit niedrigen Einkommen benachteiligt: Ausgaben für das Wohnen belasten gerade diese Gruppe am stärksten. Fast 600.000 Menschen müssen mehr als 40 % ihres Einkommens für Wohnen ausgeben. „Hohe Ausgaben für das Wohnen bedeuten weniger finanzielle Mittel für Bildung und Weiterbildung. Dies wirkt sich direkt auf die Chancen der Kleinsten aus.“, sagt Fenninger und spricht sich klar für die Vermögenssteuer und eine gleichzeitige Entlastung der unteren und mittleren Einkommen aus: „Die wachsenden Vermögenseinkommen müssen einen gerechten Anteil an der Steuerlast tragen, damit die soziale Gerechtigkeit verbessert werden kann. Davon profitieren langfristig vor allem auch die Jüngsten.“

Aus dem Sozialbericht geht außerdem hervor, dass die Herausforderungen, mit welchen Österreich in Folge der Finanzkrise konfrontiert war, erfolgreich bewältigt wurden. Dies ist vor allem auch auf wohlfahrtsstaatliche Strukturen zurückzuführen: „Aus dem neuesten EU-Bericht geht hervor, dass sich jene Länder, die hochwertige Arbeitsplätze und einen wirksamen Sozialschutz bieten, in der Krise als resistenter erwiesen haben. Dazu gehört auch Österreich“, sagt Fenninger abschließend.

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