Volkshilfe unterstützt Bündnis für Maßnahmen zur Unterhaltssicherung und gegen Kinderarmut

Fenninger: „Unterhaltssicherung und ein integratives Bildungssystem sind zentral, um Kinderarmut entgegenzuwirken“

Wien, 20. Oktober 2016

Die heutige Pressekonferenz des Bündnisses für Maßnahmen zur Unterhaltssicherung und gegen Kinderarmut beleuchtet aus verschiedenen Perspektiven, dass Armut Ausgrenzung zur Folge hat und vor allem Alleinerziehende und ihre Kinder betrifft. Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, unterstützt die Forderungen des Bündnisses: „Seit Beginn der Armutsstatistiken sind die immer gleichen Gruppen mit denselben sozio-ökonomischen Merkmalen betroffen. Armut wird vererbt. Armut wird aber auch gemacht – durch finanzielle und soziale Hürden für Armutsbetroffene. Diese gilt es abzubauen. Die Sicherung des Mindestunterhaltes und der Sonderausgaben sind zu gewährleisten, wenn das Ziel, Armut zu beseitigen, erreicht werden soll“. Besonders unterstützt Fenninger auch die Forderung nach einer Aktualisierung der Kinderkosten: „Wie kann es sein, dass der Höhe des Regelbedarfs einer im Jahr 1964 veröffentlichten Statistik über die Haushaltsausgaben für Kinder zugrunde liegt?“

Als entscheidend für die Bekämpfung von Armut sieht Fenninger neben der Sicherung des Unterhaltes, der einer aktuelleren Analyse zugrunde zu liegen hat, auch Maßnahmen im Bildungsbereich: „Bildung ist für die Überwindung von Armutslagen zentral. Die momentanen Unterschiede beispielsweise in der Frage des Zuganges zu kinderrelevanten Büchern sowie der Möglichkeit, Förderkurse, Unterstützung bei Legasthenie oder bezahlte Nachhilfe im Bedarfsfall zu bekommen, sind abzubauen. Wir brauchen ein integratives Bildungssystem, das sozialen Ungleichheiten entgegen wirkt und die Chancen für benachteiligte Gruppen erhöht“. Außerdem fordert der Direktor eine flächendeckende, kostenlose, verschränkte Ganztagsschule sowie die flächendeckende Einführung der gemeinsamen Schule, um der frühen Selektion entgegenzuwirken.

Abschließend fordert Fenninger „dass Kinderarmut als vielschichtiges Phänomen stärker in den Blickpunkt von Politik und Gesellschaft gerückt werden muss. Und dabei ist es wichtig, sich den Blick der betroffenen Kinder anzueignen und sie nicht nur als Teil einer Familie sondern auch als eigenständiges Subjekt zu betrachten“.

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Pressesprecherin
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