Volkshilfe nach „Asylgipfel“: Aktionismus der Innenministerin sofort beenden

Fenninger fordert langfristigen Masterplan für Flüchtlingsunterbringung

Wien, 15.05.2015

"Die steigenden Zahlen von AsylwerberInnen kann auch für das Innenministerium keine Überraschung sein. Die Volkshilfe weist seit langem darauf hin, dass ein Gesamtplan zur menschenwürdigen Unterbringung von Flüchtlingen, vor allem auch von unbegleiteten Minderjährigen, fehlt. Jetzt völlig unkoordiniert und unabgesprochen ein paar Zelte aufzustellen zeigt das Missmanagement des Innenministeriums", so beurteilt der Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Erich Fenninger die Situation nach dem heutigen Asylgipfel.

Kennzeichnend für die Planlosigkeit der politisch Verantwortlichen ist es auch, dass die Volkshilfe, immerhin die zweitgrößte Organisation im Bereich der Flüchtlingsunterbringung und seit Jahrzehnten in diesem Bereich engagiert, ursprünglich zu dem heutigen Gipfel gar nicht eingeladen war.

"Es gibt alleine in Oberösterreich viele freie Plätze in Flüchtlingsquartieren, hier wird vom Innenministerium einfach mit unlauteren Mitteln Panik erzeugt. Das ist keine seriöse Politik. Österreich sollte sich an die Zeit der Bosnienflüchtlinge erinnern, eine ebenso dramatische Situation gibt es seit Jahren in Syrien. In den umliegenden Staaten wie dem Libanon gibt es Millionen Flüchtlinge. Daher müssen in Österreich rasch die verfügbaren Kapazitäten in bestehenden Quartieren belegt werden, aber auch in stillgelegten Bundeseinrichtungen, in Klöstern, Stiften und im Notfall auch in Kasernen kann eine menschenwürdige Unterbringung organisiert werden. In einer gemeinsamen Anstrengung ist das zu schaffen, die BürgerInnen in Österreich erkennen die Not und sind bereit dazu", nimmt Christian Schörkhuber, Leiter der Flüchtlingsbetreuung in der Volkshilfe Oberösterreich dazu Stellung.

"Ich fordere die Innenministerin Johanna Mikl-Leitner daher auf, den Aktionismus mit den Zeltstädten sofort zu beenden, wirklich alle einzubinden und gemeinsam einen kurzfristigen Notfallplan, aber auch einen langfristigen Masterplan zu entwickeln, um die gute Tradition der österreichischen Flüchtlingshilfe nicht nachhaltig zu beschädigen.", so Erich Fenninger abschließend.

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