Volkshilfe: Asyl auf Zeit erschwert die Integration

Fenninger: Gesetz bringt neue Hürden statt Lösungen

Wien, 3.11.2015

Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich sieht den Gesetzesentwurf der Regierung als Be- statt Entlastung, nicht nur für die Flüchtlinge, sondern für alle in Österreich lebenden Menschen: „Die Rechtsgrundlage, die es ermöglicht, den bestehenden Asylstatus abzuerkennen, wenn der Asylgrund wegfällt, gibt es bereits. Das Ergebnis des Gesetzes wäre also nichts als erhöhter bürokratischer Aufwand mit negativem Output für alle Beteiligten“, sagt der Direktor der Volkshilfe Österreich.

Fenninger warnt vor allem vor den Hürden im Bereich der Integration der Asyl-auf-Zeit-Berechtigten: „Es ist klar, dass ein zeitlich befristeter Status die Integration erschwert. Auf den ‚Asyl-auf-Zeit-Berechtigte‘ kann sich dieser nämlich nicht nur psychisch negativ auswirken, sondern auch ein weiteres Hindernis für den Zugang zum Arbeitsmarkt sein“, sagt Fenninger.

„Für subsidiär Schutzbedürftige ist der Zugang zum Arbeitsmarkt schon jetzt sehr schwer. Asyl auf Zeit würde dies nicht abschwächen, sondern die Barriere nur verstärken“.

Darüber hinaus fürchtet Fenninger, dass nur noch mehr Menschen gezwungen sein würden, die riskanten Überfahrten auf sich zu nehmen: „Integration bedeutet Familiennachzug. Wird dieser erschwert, bringt das nichts als neue Schlepperrouten“, sagt der Direktor abschließend und bewertet den Entwurf insgesamt als nicht lösungsorientierten Schritt in die falsche Richtung. "Was es jetzt braucht, ist die Unterstützung der Zivilgesellschaft, die sich unermüdlich für die Flüchtlinge einsetzt, Unterbringungsplätze, Maßnahmen für eine wirkungsvolle Integration und Hilfe vor Ort. Wir fordern Lösungsorientierung statt Überlegungen, die nichts als eine Verschärfung der Situation ergeben". 

 

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