Kinderarmut: Den Kreislauf der Benachteiligung durchbrechen

Weidenholzer und Fenninger: „Soziale Gerechtigkeit heißt: Jedem Kind alle Chancen!“

Wien, 19.02.2014

Anlässlich des Welttags der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar fordern Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer und Volkshilfe Bundesgeschäftsführer Mag. (FH) Erich Fenninger umfassende Maßnahmen gegen Kinderarmut.

Über 27 Millionen Kinder in der europäischen Union sind von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Bildung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Armutsgefährdung: Nach den neuesten Daten von EUROSTAT beträgt die Armutsgefährdung von Kindern bis 17 Jahre in der EU 28 7,7%, wenn die Eltern eine höhere Ausbildung haben, hingegen 49,1%, wenn die Eltern nur eine geringe Ausbildung haben. Für Österreich sind es 7,6% zu 34,8%.

In Österreich sind 271.000 Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre armutsgefährdet. Bei Kindern bis 19 Jahre sind es 304.000. Die Hälfte von ihnen kann sich nicht ausgewogen ernähren, ein Viertel lebt in Haushalten, die mit Zahlungen im Rückstand sind. Jedes fünfte Kind muss aus finanziellen Gründen auf neue Kleider verzichten.

„Armut für Kinder heißt aber mehr als materielle Armut“, sagt Volkshilfe Präsident Josef Weidenholzer: „Kinder, die in Armut aufwachsen, weisen ein höheres Risiko auf, sozial ausgegrenzt zu werden und langfristig unter Gesundheitsproblemen zu leiden. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie im späteren Leben ihr Potenzial voll entfalten können, ist geringer.“ Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger fordert mehr Maßnahmen, um den Armutskreislauf zu durchbrechen: „Soziale Gerechtigkeit heißt: Jedem Kind alle Chancen!“

Mit ihrer aktuellen Kampagne „Kinderarmut ist kein Märchen“ stellt die Volkshilfe Kinderarmut in den Fokus. „Um Kinderarmut umfassend zu bekämpfen, müssen wir an den Lebenswelten der Kinder ansetzen und ihnen Teilhabemöglichkeiten eröffnen“, so Fenninger.

Mit ihren neun Landesorganisationen setzt die Volkshilfe vielfältige Aktivitäten, um die Lebenschancen von Kindern zu verbessern. Angeboten werden beispielsweise:

  • Integrative Tagesbetreuungseinrichtungen
  • Sozialpädagogische Familienhilfe in Kooperation mit der Kinder- und Jugendhilfe als Angebot für armutsgefährdete und -betroffene Familien
  • Arbeitsmarktpolitische Projekte für ausgrenzungsgefährdete Jugendliche und Jugendliche mit Beeinträchtigungen, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu erhöhen (Lehrlingscoaching, Qualifizierungsprojekte, Beratungsprojekte)
  • Gezielte Angebote zur Lernförderung (Horte, schulische Nachmittagsbetreuung, Lernförderung für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, Lernförderung für Jugendliche aus einkommensschwachen Familien)

„Wir brauchen eine Erhöhung der Mindestsicherung, damit die Folgen von Einkommensarmut abgemildert werden. Damit Zukunft nicht von der Herkunft abhängt, braucht es einen Bildungsweg, der nicht sozial selektiert, sondern individuell fördert. Ein wichtiger Schritt dazu ist die gemeinsame Schule der 10-14-jährigen.  Notwendig ist zudem ein Ausbau der Sozialarbeit als Begleitinstrument für Familien in schwierigen Lebensbedingungen“, fassen Weidenholzer und Fenninger die zentrale Forderungen der Volkshilfe zusammen.

Bildnachweis: Volkshilfe Österreich

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