Volkshilfe: Noch zu wenig Tote im Mittelmeer?

Triton ist ein Grenzschutzprogramm – wir brauchen ein Menschenrettungsprogramm.

Wien, 24.04.2015

Die Betroffenheit in Europa angesichts der Tausend Toten innerhalb von wenigen Tagen war groß.

Der Beschluss, den die EU-Staats- und Regierungschefs gestern gefasst haben, ist allerdings mehr als enttäuschend. „Triton ist ein Grenzschutzprogramm, wir brauchen dringend Mare Nostrum 2 und eine Ausdehnung der Zone. Wenn es eine Lehre aus den letzten Tagen gibt, dann lautet sie: Die Menschen, die in Nordafrika auf die Überfahrt warten, lassen sich von den tödlichen Gefahren nicht abschrecken. Sie wissen, dass es ihr Leben kosten kann, und dennoch machen sie sich in überfüllten, kaum seetauglichen Booten auf die lebensgefährliche Reise. Weil das, laut Aussagen von vielen Flüchtlingen, immer noch besser ist als die Situation in ihren Heimatländern. Das muss doch den europäischen Staatenlenkern und uns allen zu denken geben“,  kommentiert Fenninger den gestrigen Beschluss.

Langfristig braucht es aber alle Anstrengungen Europas, die Situation in den Herkunftsländer zu verbessern. “Es ist die ungeheure Verteilungsungerechtigkeit, die zu katastrophalen Lebensbedingungen in vielen Teilen der Welt führt, sie ist auch die Basis für Bürgerkriege und religiös motivierte Gewalt. Wenn wir es nicht schaffen, durch verstärkte Entwicklungszusammenarbeit, Humanitärer Hilfe und faire Handelsbeziehungen die Lebensbedingungen der Menschen deutlich zu verbessern, dann wird sich der Flüchtlingsstrom der Verzweifelten noch verstärken. Der Focus der europäischen Aussenpolitik muss sich langfristig auf ein Ende der Gewalt, state-building und bessere Lebensbedingungen in den Heimatländern der Flüchtlinge konzentrieren“, so Fenninger.

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