zurück

Volkshilfe zum Internationalen Tag der Menschenrechte

Volkshilfe Präsident Weidenholzer: Roma und Sinti sind in Europa massiver Diskriminierung ausgesetzt

Wien, 09.12.2013

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte am 10. Dezember gibt Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer seiner Besorgnis darüber Ausdruck, dass Vorurteile und Rassismus gegen Roma und Sinti in allen Ländern Europas weit verbreitet sind:

„Die Situation der Roma und Sinti in Europa ist noch immer überwiegend durch Armut, Diskriminierung und soziale Ausgrenzung gekennzeichnet. Rassistische Übergriffe sind in vielen unserer Nachbarländer an der Tagesordnung. Besonders bedenklich sind die Entwicklungen in Ungarn.“

Roma und Sinti werden zu Sündenböcken gemacht

Roma und Sinti sind die größte Minderheit in Europa. Mit der EU-Erweiterung 2004 sind viele von ihnen EU-BürgerInnen geworden. Die Frage der Roma und Sinti hat eine europäische Dimension. „Angesichts der aktuellen Debatte um Armutsflüchtlinge aus Osteuropa werden Roma und Sinti wieder zu Sündenbocken gemacht. Die Mitgliedsstaaten müssen sich hier ihrer Verantwortung stellen“, fordert Weidenholzer.

Auch in Österreich sind Vorurteile und Diskriminierung gegen Roma und Sinti Realität, wie der jüngst vom „Romano Centro“ herausgegebene „Antiziganismus-Bericht“ aufzeigt. Die dokumentierten Fälle reichen von verweigerten Dienstleistungen, Benachteiligungen am Arbeitsmarkt, Beleidigungen und Hetze im Internet, öffentlichen Stereotypisierung der Volksgruppe als Kriminelle durch die Polizei bis hin zu Verhetzung und Gewalt.

Maßnahmen zur Integration von Roma und Sinti gefordert

„Das Verbot von Diskriminierung ist ein Grundrecht, das für alle uneingeschränkt gelten und eingefordert werden muss“, betont Weidenholzer. Die Volkshilfe fordert:

  • ein politisches Bekenntnis zur speziellen Förderung von Roma und Sinti geben. Menschen, die jahrhundertelang Ziel von Ausgrenzung und Verfolgung waren, bedürfen besonderen Schutz.
  • spezifische Integrationsmaßnahmen für die Gruppe der zugewanderten Romnja und Roma. Das können Sozialberatungsstellen sein, Projekte zur Integration in den Arbeitsmarkt oder Maßnahmen im Bildungsbereich, beispielsweise Lernförderung
  • Sensibilisierungs- und Antidiskriminierungsmaßnahmen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung, Soziales, Gesundheit, Polizei etc. Dafür müssen entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Bild: Jürgen Pletterbauer

Presseanfragen und weitere Informationen

 

Melanie Rami, MA        
Pressesprecherin
0676 83 402 228
melanie.rami@volkshilfe.at

Presseaussendung verpasst?


Gerne nehmen wir Sie in unserem Presseverteiler auf. Schicken Sie uns Ihre Anfrage per E-Mail an kommunikation@volkshilfe.at

Nutzen Sie auch unser Pressearchiv und unsere digitale Pressemappe auf OTS.

 

VOLKSHILFE ÖSTERREICH | Auerspergstraße 4, 1010 Wien | MAIL office@volkshilfe.at |  drucken       

BIC BAWAATWW | IBAN AT77 6000 0000 0174 0400