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Volkshilfe zum Weltfrauentag: Einkommen noch immer eine Frage des Geschlechts

Wien, 06.03.13

Den Weltfrauentag am 8. März nimmt Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer zum Anlass, um auf die ungleiche Einkommensverteilung zwischen Männern und Frauen hinzuweisen: „Frauen verdienen in Österreich um 40% weniger als Männer – und dieser Prozentsatz hat sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert. Österreich ist innerhalb der Industriestaaten Schlusslicht bei Vermögens- und Einkommensgerechtigkeit zwischen den Geschlechtern – die Politik muss hier gegensteuern.“

Geschlechterspezifische Schieflage bei Einkommen und Vermögen

Ein Grund für niedrigeres Einkommen ist die hohe Teilzeitquote von Frauen, die bei 44% liegt. Doch auch wenn die Einflüsse von Teilzeit und nicht ganzjähriger Beschäftigung ausgeklammert werden, liegen die Einkommen der Frauen immer noch um 18,5% unter denen ihrer männlichen Kollegen. Eine Ursache für die Einkommensunterschiede ist auch die ungleiche Verteilung zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit. In Österreich werden über 60% aller unbezahlten Arbeit von Frauen geleistet (Mikrozensus 2002).

Auch Vermögen ist ungleich verteilt. Eine Erhebung der Nationalbank zeigt, dass Frauen, die mit einem Partner zusammenleben um rund 29.000 EUR weniger Vermögen haben als ihre Partner.

Chancengleichheit gezielt fördern

Weidenholzer fordert eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie: „Wir brauchen mehr Entlastungsangebote durch öffentliche, flächendeckende und bedarfsgerechte Angebote für Kinderbetreuung und Pflege.“ Auch die Aufstiegschancen für Frauen müssen verbessert werden – gerade einmal fünf Prozent Frauen sind in Geschäftsführungen österreichischer Unternehmen vertreten. „Sinnvoll wäre eine Koppelung der Wirtschaftsförderung an die Frauenförderung in den Betrieben und eine Quote für Frauen in Aufsichtsräten.“

Weidenholzer fordert auch ein gesellschaftliches Umdenken: „Die Bewertung von Arbeit muss neu überdacht werden. Es ist nicht einzusehen, warum Industriearbeit weitaus besser bezahlt wird als zum Beispiel Pflegearbeit, die mit großen physischen und psychischen Belastungen verbunden ist.“

Die Volkshilfe tritt für eine Welt ein, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind und alle Menschen dieselben Chancen haben, unabhängig von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, Religion oder Herkunft. „Dass Frauen im 21. Jahrhundert immer noch für ihre Gleichstellung kämpfen müssen ist eine Schande“, so Weidenholzer abschließend.

Mehr Informationen zum Thema: www.volkshilfe.at/frauen

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Melanie Rami, MA        
Pressesprecherin
0676 83 402 228
melanie.rami@volkshilfe.at

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