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ÖsterreicherInnen für Mindestsicherung für Kinder und Erhöhung der Familienbeihilfe

Kinderarmut ist kein Märchen, Maßnahmen sind gefordert.

Graz, 03.12.2013

Das dritte "Volkshilfe Sozialbarometer", heute im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert, widmet sich dem Thema der Bekämpfung der Kinderarmut. Die Volkshilfe erhob gemeinsam mit SORA die Einstellungen der Bevölkerung zu vier politischen Maßnahmen - Mindestsicherung, Familienbeihilfe, Sozialarbeit, Kinderbetreuung - für eine erfolgreiche Armutsbekämpfung.

Die repräsentative Meinungsumfrage, die auf 1.003 Face-to-Face-Interviews beruht, zeigt deutlich, dass die ÖsterreicherInnen den Ausbau von Unterstützungsleistungen für armutsgefährdete Kinder und Familien stark befürworten. Die Zustimmungsrate liegt zwischen 68 und 78 Prozent

"Kinder, die in Armut aufwachsen, sind öfter krank, ihre emotionale und kognitive Entwicklung ist oft verzögert, sie erbringen schlechtere schulische Leistungen und besuchen seltener höhere Schulformen. Als Erwachsene sind sie häufiger arbeitslos und armutsgefährdet", warnt Mag. (FH) Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich.

Auf die Frage, welche Maßnahme den Befragten am wichtigsten ist, priorisieren 33 % der Bevölkerung die Erhöhung der Mindestsicherung für Kinder. An zweiter Stelle (31 %) steht die Erhöhung der Familienbeihilfe. Sie ist den Menschen also sehr wichtig, zumal sie zuletzt im Jahr 2000 angehoben wurde und der Inflationsverlust laut Statistik Austria bei fast 31 Prozent liegt. An dritter Stelle steht der Ausbau der Ganztagesbetreuung, Schlusslicht sind die Erhöhungen der Ausgaben für Sozialarbeit.

Für Banken sind Milliarden fix - für Kinder gibt es im Verhältnis fast nichts!

Barbara Gross, Präsidentin der Volkshilfe Steiermark und Vizepräsidentin der Volkshilfe Österreich fordert, "dass nicht nur die Symptome der Armut bekämpft werden, sondern auch deren Ursachen". "Die neue Bundesregierung hat bereits angekündigt, dass versprochene Entlastungen, wie die Erhöhung der Familienbeihilfe, nicht umgesetzt werden können, die Hypo hingegen verschlingt weitere Milliarden der Steuerzahler. Das darf nicht sein", empört sich Gross.

"Kalte Wohnungen und aus finanziellen Gründen schlecht ernährte Kinder dürfen in Österreich nicht vorkommen. Wir alle sind gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Armut gar nicht erst entsteht. Gerade dem Bildungssystem kommt eine nachhaltige Rolle in der
Armutsbekämpfung zu. Es ist geradezu fahrlässig, wie die Bundespolitik die Zukunftschancen von zigtausenden Kindern mit quälend langsamen Veränderungsprozessen gefährdet. Damit Zukunft nicht von der Herkunft abhängt, braucht es einen Bildungsweg, der nicht sozial selektiert, sondern individuell fördert und es braucht eine gut ausgebaute Frühförderung vor dem Schuleintritt. Und es braucht den politischen Willen, um wachsender sozialer Polarisierung entgegenzutreten", so Volkshilfe Geschäftsführer Erich Fenninger abschließend.

Die Fragen im Wortlaut:

In Österreich werden durch Arbeit erzielte Einkommen sehr hoch, durch Gewinn oder Vermögenszuwächse erzielte Einkommen wenig bis gar nicht besteuert. Sind Sie für…

  • eine steuerliche Entlastung niedriger und mittlerer Einkommen?
  • die Einführung einer Steuer auf Vermögen über 500.000,- Euro von einem Prozent? Bitte bedenken Sie dabei, dass ausschließlich jener Betrag besteuert wird, der über dieser Grenze liegt.
  • eine Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer mit einem Freibetrag von 300.000,.- Euro? Bitte bedenken Sie dabei, dass ausschließlich jener Betrag besteuert wird, der über dieser Grenze liegt.
  • die Erhöhung der Grundsteuer für Immobilien und Grundstücke ab einem Wert von 300.000,- Euro?
  • eine Zweckbindung der Mittel aus einer neuen Erbschaftssteuer für Pflege und Betreuung?

Mehr Informationen zum Volkshilfe Sozialbarometer: www.volkshilfe.at/sozialbarometer

Kampagne "Kinderarmut ist kein Märchen"

Mit der aktuellen Kampagne "Kinderarmut ist kein Märchen" macht die Volkshilfe speziell auf Kinderarmut aufmerksam. Alle Forderungen
und Informationen unter www.volkshilfe.at/kinderarmut

Spenden hilft. Die Zahlscheine liegen in allen Filialen der Bank
Austria und der BAWAG PSK auf.

PSK: IBAN AT29.6000.0000.9017.5000 I BIC OPSKATWW
BANK AUSTRIA: IBAN AT55.1200.0529.4800.1501 I BIC BKAUATWW

Auch SMS-Spenden ist möglich: SMS an 0676 800 70 80 und Betrag
eingeben.

Online spenden unter https://www.volkshilfe.at/onlinespenden

Bild: (v.l.) Erich Fenninger, Barbara Gross, Birgit Sandler / Foto: Volkshilfe Steiermark

Presseanfragen und weitere Informationen

 

Melanie Rami, MA        
Pressesprecherin
0676 83 402 228
melanie.rami@volkshilfe.at

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