Volkshilfe Sozialbarometer über Arbeit und Integration

Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger zum Tag der Arbeitslosen: „Arbeitslosigkeit bedeutet gesellschaftliche Ausgrenzung. Volkshilfe fordert mehr Chancengleichheit“

Wien, 28.04.2014

Der sechste Volkshilfe Sozialbarometer hat anlässlich des „Tag der Arbeitslosen“ das Meinungsbild zu fünf konkreten Maßnahmen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und zur sozialen Absicherung Arbeitsloser erhoben. Die höchste Zustimmung erhielten jene beiden abgefragten Maßnahmen, die auf den Erhalt bzw. die Schaffung von Beschäftigung abzielen.

So stimmen rund acht von zehn Befragten (81%) sehr oder ziemlich zu, dass für Menschen mit diversen Einschränkungen (beispielsweise gesundheitliche Beeinträchtigungen) dauerhafte, adäquat bezahlte Arbeitsplätze in Beschäftigungsprojekten geschaffen werden sollten. Fast ebenso viele ÖsterreicherInnen (79%) unterstützten den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und flexible Modelle der Elternkarenzen, um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu gewährleisten.

Volkshilfe fordert: Ausgrenzungen stoppen

„Arbeitslosigkeit bedeutet gesellschaftliche Ausgrenzung“, weiß Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger überzeugt. „Der Volkshilfe Sozialbarometer zeigt, wie wichtig den ÖsterreicherInnen mehr Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bedeutet. Arbeit ist eine Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.“

In Österreich waren im Februar 2014 356.745 Personen arbeitslos. Besonders ausgrenzungsgefährdete Gruppen sind MigrantInnen, Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende – davon ca. 90 Prozent Frauen – und Menschen mit Behinderung. „Für die Betroffenen steigt das Armutsrisiko. Für die Gesellschaft entstehen volkswirtschaftliche und soziale Folgekosten. Uns entgehen wertvolle Potentiale“, warnt Arbeitsmarktreferentin der Volkshilfe Marina Einböck.

Besonders für jene Personen, die auch nach intensiven Integrationsbemühungen keine Aussicht auf eine nachhaltige Vermittlung in den Arbeitsmarkt haben, braucht es adäquate, langfristigere Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Forderungen liegen für Fenninger auf der Hand: „Wir fordern mehr Chancengleichheit beim Arbeitsmarktzugang. Beispielsweise sollen bestehende Verträge und Gesetze hinsichtlich Diskriminierung bestimmter Personengruppen, wie Frauen, MigrantInnen, evaluiert werden.“

Ein weiterer Kritikpunkt sind fehlende Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Viele, vor allem Frauen, müssen Teilzeit arbeiten, da entweder Kinderbetreuungsmöglichkeiten fehlen oder nur Teilzeitjobs angeboten werden. Wir brauchen dringend mehr Maßnahmen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern“, ergänzt Fenninger.

Konkrete Maßnahmen unterstützen Betroffene

Arbeitslosigkeit entsteht nicht nur durch den Verlust eines Arbeitsplatzes. Eine wachsende Anzahl an Menschen hat Probleme den Einstieg oder Wiedereinstieg, beispielsweise nach Karenzzeiten, zu schaffen. Die Volkshilfe bietet in Österreich 38 arbeitsmarktpolitische Projekte an, die Menschen mit Behinderung, Menschen mit geringer Qualifizierung, Jugendliche, Langzeitarbeitslose und WiedereinsteigerInnen unterstützen. „Als Träger von Beratungs- und Beschäftigungsmaßnahmen fordern wir mehr Rechtssicherheit, Planungssicherheit und ausreichende finanzielle Ausstattung. Die Volkshilfe tritt daher für das Recht auf Arbeit für alle ein, auch und gerade für Menschen, die an den Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes scheitern.“

Weitere Infos:

www.volkshilfe.at/sozialbarometer
 

Unsere Forderungen auf einen Blick:

Wir fordern adäquate, dauerhafte und stabile Beschäftigungsmöglichkeiten

  • Für Personen, die keine Chancen am ersten Arbeitsmarkt haben, muss es die Möglichkeit langfristiger Arbeitsplätze in Sozialökonomischen Betrieben und Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten geben.

Wir fordern Rechtssicherheit, Planungssicherheit und ausreichende finanzielle Ausstattung der Träger von Beratungs- und Beschäftigungsmaßnahmen

  • Weiterentwicklung und Entbürokratisierung der Richtlinien für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen.
  • Anerkennung des gesellschaftlichen Mehrwerts, der von gemeinnützigen Vereinen als soziale Dienstleister erbracht wird.

Wir fordern gleichen Zugang zum Arbeitsmarkt

  • Eine Evaluierung bestehender Verträge und Gesetze hinsichtlich Diskriminierung bestimmter Personengruppen (insbesondere von Frauen, MigrantInnen) ist unbedingt notwendig.
  • Anerkennung der Problemlagen und Potenziale unterschiedlicher Gruppen am Arbeitsmarkt.

Wir fordern umfassende Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und familiären Aufgaben wie Pflege- und Betreuungsaufgaben in allen Politikbereichen.

Weiterführende Informationen: www.volkshilfe.at/arbeit

Bildnachweis: Volkshilfe Arbeitswelt in Oberösterreich

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Melanie Rami, MA        
Pressesprecherin
0676 83 402 228
melanie.rami@volkshilfe.at

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