Welt-Roma-Tag: Volkshilfe für mehr Chancengleichheit und verstärkte Anti-Rassismusarbeit

Volkshilfe Sozialbarometer zeigt: Großteil sieht Roma von Diskriminierung betroffen - 59% befürworten unterstützende Maßnahmen wie Sozialberatung

Wien, 03.04.2014

Der fünfte Volkshilfe Sozialbarometer widmet sich den Meinungen zu Roma/Romnja und Sinti/Sintize in Europa und Österreich. Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger und THARA-Projektkoordinatorin Usnija Buligovic präsentierten heute die aktuellen Ergebnisse.

"Eine deutliche Mehrheit der ÖsterreicherInnen (74%) sehen Roma und Sinti immer wieder von Verfolgung, Vertreibung und rassistischer Gewalt betroffen. Knapp sechs von zehn Befragten (59%) befürworten Maßnahmen zur Unterstützung von Roma und Sinti gegen Benachteiligungen", fasst Fenninger die Ergebnisse zusammen und fordert anlässlich des Welt-Roma-Tags mehr Chancengleichheit: "Wir begrüßen und unterstützen die österreichische Roma Strategie der Bundesregierung und den strukturierten Dialog. Was wir aber mehr brauchen, das sind Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit. Die Volkshilfe fordert daher den Ausbau von spezifischen Projekten und Angeboten sowie ausreichende finanzielle Mittel. Außerdem sollen in den verschiedenen gesellschaftlichen Handlungsfeldern Roma-MeditatorInnen eingesetzt werden. Auf politischer Ebene ist die Installierung von Roma-Beauftragten sinnvoll."

"Roma in all policies"

Die ethnische Gruppe der Romnja/Roma und Sintize/Sinti bildet mit geschätzten 9 bis 12 Millionen Angehörigen eine der größten europäischen Minderheiten. Schätzungen zufolge leben in Wien ca. 100.000 Romnja/Roma.

"Obwohl die Lage der Romnja/Roma bekannt ist, hat sie sich in den letzten Jahren leider nicht verbessert. Im Gegenteil, rassistische Diskriminierungen haben zugenommen", weiß Usnija Buligovic, Projektkoordinatorin des arbeitsmarktpolitischen Roma-Projekts THARA. "Wie in den meisten europäischen Staaten ist auch in Österreich der Kontakt der Roma und Sinti mit der Mehrheitsbevölkerung und ihren Institutionen von wechselseitigem Unverständnis, tradierten Vorurteilen und Unwissenheit geprägt. Die gängigen Stereotype haben aber nur wenig mit der tatsächlichen Lebensweise zu tun."

Romnja und Roma sind in allen europäischen Ländern überproportional von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen sind. Das spiegelt sich in niedrigen Bildungsabschlüssen, geringem Einkommen, Arbeitslosigkeit, schlechtem Gesundheitszustand oder schlechter Wohnqualität nieder.

"Damit mehr Chancengleichheit gewährleistet werden kann, müssen wir in unterschiedlichen Bereichen aktiv werden: sei es Arbeitsmarkt, Bildung oder Gesundheit. Mit unserem Roma-Projekt THARA, das vom Sozialministerium unterstützt wird, zeigen wir seit Jahren, dass gezielte Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt greifen. Heuer liegt der Schwerpunkt auf Frauen, Lehrlingen und Sensibilisierungsworkshops. Aber unser Motto lautet: Roma in all policies", so Fenninger abschließend.


Mehr Infos: www.volkshilfe.at/sozialbarometer und
www.volkshilfe.at/thara

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