Volkshilfe Sozialbarometer zeigt: ÖsterreicherInnen empfinden Bildungssystem als ungerecht

Mit der Schulstartaktion unterstützen Volkshilfe & Libro Schulkinder aus armutsbetroffenen Familien

Wien, 18. August 2016

„Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen dem sozialen Status der Eltern und den Bildungschancen ihrer Kinder, das belegen zahlreiche Studien", sagt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich. Zum Start der LIBRO Schulstartaktion präsentieren die Präsidentin der Volkshilfe Österreich Barbara Gross und Erich Fenninger gemeinsam mit dem Autor Thomas Brezina heute die Ergebnisse des Volkshilfe Sozialbarometers zum Thema Bildung & Chancengleichheit. Präsidentin Gross: „Die repräsentativen Umfrageergebnisse zeigen, dass 58% der ÖsterreicherInnen schlechtere Chancen in der Schule für sozial benachteiligte Kinder wahrnehmen. Dagegen müssen wir kämpfen. Eine gute Bildung muss für jedes Kind – unabhängig seiner Herkunft – möglich sein“.

Ungerechtes Bildungssystem in Österreich

Eine knappe Mehrheit (52%) der Befragten ist der Meinung, dass der soziale Hintergrund in den Schulen zu wenig berücksichtigt wird. Zusätzlich sind knapp zwei Drittel der Bevölkerung (63%) davon überzeugt, dass Kinder von AkademikerInnen viel höhere Chancen auf einen Universitätsabschluss haben. „Die Ergebnisse zeigen: Nicht die Schulleistungen der Kinder beeinflussen die Schulwahl, sondern der sozioökonomische Status und der Bildungsabschluss der Eltern“, sagt Fenninger. Gross stellt fest, „dass Bildung immer noch vererbt wird. Personen mit geringer Ausbildung haben geringere Einkommen und sind dadurch häufiger von Armut betroffen. Es gilt, diesen Kreislauf zu durchbrechen“. Nicht zuletzt zeigen die Ergebnisse, dass den ÖsterreicherInnen die soziale Durchmischung in den Schulklassen ein wichtiges Anliegen ist. Mit 69% sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung der Meinung, dass es besser ist, wenn Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft gemeinsam in einer Klasse sind. Mehrheit für flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen.

Als beste Mittel für ein gerechtes Bildungssystem sehen die ÖsterreicherInnen vor allem mehr Lernbetreuung und Nachhilfe an Schulen und die Förderung der Deutschkenntnisse der Schulkinder sowie eine bessere Ausstattung von Schulen in benachteiligten Gebieten in Österreich (jeweils 84% Zustimmung). Eine deutliche Mehrheit von 57% fordert die flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen, um ein chancengerechtes Bildungssystem in Österreich herzustellen.

Gross und Fenninger sind sich einig: Es braucht ein integratives Bildungssystem, das sozialen Ungleichheiten entgegen wirkt und die Chancen für benachteiligte Gruppen erhöht: „Neben der flächendeckenden Einführung der gemeinsamen und ganztätigen Schule braucht es qualifizierte und entsprechend geschulte PädagogInnen sowie eine besonders gute Ausstattung von Schulen in sozial benachteiligten Gebieten“. Jedes Kind müsse alle Chancen bekommen, so die Präsidentin und der Direktor.

Volkshilfe & LIBRO Schulstartaktion

Bereits zum 6. Mal unterstützen Volkshilfe und LIBRO mit der gemeinsamen Aktion Schulkinder aus benachteiligten Familien zum Schulbeginn. „Als familienfreundliches Unternehmen ist es für uns besonders wichtig nicht zu vergessen, dass viele Familien in Österreich armutsgefährdet sind. Keinem Kind sollte die bestmögliche Bildung vorenthalten werden, denn sie ist der Schlüssel um genau diese Armutsspirale zu durchbrechen. Die Freude des Schulbeginns wird in vielen Familien durch die damit verbundenen finanziellen Herausforderungen überschattet. Als Nummer 1 bei Schule möchten wir gerne unseren Anteil leisten, um auch Kindern aus einkommensschwächeren Familien einen guten Schulstart mit der optimalen Ausrüstung zu ermöglichen“, erklärt LIBRO Geschäftsführer Claus Mitterböck.

Über die ehrenamtlichen Strukturen der Volkshilfe in ganz Österreich werden insgesamt LIBRO Gutscheine im Wert von 60.000 Euro an Familien mit Schulkindern vergeben, deren Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle von 1.161 Euro pro Monat liegt. Möglich ist das aufgrund der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit LIBRO sowie der öffentlichkeitswirksamen Unterstützung durch Thomas Brezina. „Ich möchte diesen Anlass auch dafür nutzen, im Namen der Volkshilfe mein herzlichstes Dankeschön für die Zusammenarbeit auszusprechen“, so Präsidentin Gross.

Thomas Brezina unterstützt die Schulstartaktion heuer bereits zum dritten Mal und stellt sich damit in den Dienst der guten Sache. Bildung ist ein zentrales Kriterium für die Überwindung von Armutslagen, weiß er: „Bildung ist wie ein Tor in die Welt und in eine Zukunft mit vielen Möglichkeiten. Dieses Tor darf auf Grund von Armut Kindern nicht verschlossen bleiben. Wer durch das Tor geht, ist in seinem Leben weniger von Armut gefährdet. Mit Freude in die Schule - für alle Kinder!“

Alle Details zur Ausgabe der LIBRO Gutscheine sind online unter www.volkshilfe.at/schulstartaktion verfügbar.

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Pressesprecherin
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