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Kinderarmut

 „Wenn ich mir was kaufen will, bin ich erst einmal traurig. Und irgendwie verstehe ich es aber auch, weil wir brauchen das Geld für etwas anderes, für Lebensmittel […] aber wenn ich etwas dringend brauch, zum Beispiel Gewand oder etwas für die Schule, dann nehme ich mein Taschengeld und zahle es.“ (Klara, 12 Jahre)

Kinderarmut hat viele Gesichter

Klara ist 12 Jahre alt. Sie wächst in Armut auf. Damit ist sie eines von fast 300.000 Kindern und Jugendlichen in Österreich, die armutsgefährdet sind. Armut verbreitet sich unter Kindern und Jugendlichen stärker als in anderen sozialen Gruppen. Besonders häufig betroffen sind Kinder und Jugendliche in Haushalten mit mehr als drei Kindern, in Ein-Eltern-Haushalten oder in Haushalten ohne österreichische StaatsbürgerInnenschaft.

Einmal arm – immer arm?

Armut macht krank – und zwar von Beginn an: Arme Kinder haben bei ihrer Geburt ein geringes Geburtsgewicht, sind häufiger in Unfälle verwickelt, klagen öfter über Bauch- oder Kopfschmerzen. Bildung gilt als Möglichkeit, aus der Armut auszubrechen. Aber: Nachhilfeunterricht, Förderkurse und Unterstützung bei Legasthenie können sich fast die Hälfte aller armutsgefährdeten Haushalte nicht leisten. All das wird von Kindern und Jugendlichen erlebt und gefühlt. Und es hat Auswirkungen auf ihre Zukunft.

Kinderarmut geht uns alle an!

Kein Kind in Österreich darf in Armut aufwachsen. Jedem Kind und Jugendlichen die besten Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe.

Deshalb fordern wir:

  • Einführung einer Kindergrundsicherung, die sich an den monatlichen Kinderkosten orientiert, bei gleichzeitigem Ausbau sozialer und kostenfreier Infrastruktur (u.a. Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulstandorte).
  • Verbesserung der nationalen Gesetzgebung sowie des Umsetzungsprozesses durch die vollständige Aufnahme der Kinderrechtskonvention in die österreichische Verfassung, insbesondere in Bezug auf Schutz und Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und Meinungsfreiheit.
  • Förderung und Einbeziehung von Konzepten zu Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstwirksamkeit von Kindern und Jugendlichen in einem möglichst frühen Stadium.
  • Kostenfreier und ausreichender Zugang zu diagnostischen und therapeutischen Leistungen im Kindes- und Jugendalter und kostenfreie Mitbetreuung der Eltern.
  • Flächendeckende Einführung der gemeinsamen und ganztägigen Schule der 10- bis 14-Jährigen, um der frühen Selektion entgegen zu wirken.
Züruck
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