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Sozialbarometer Umfragen

Demokratie & Freiwilligenarbeit

Der im März 2018 präsentierte Sozialbaromter zum Thema Demokratie zeigt, dass sich 26 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher einen "starken Führer" wünschen. Gleichzeitig sehen 80 Prozent Demonstrationen als wichtigen Bestandteil der Demokratie.

In Zusammenarbeit mit SORA hat die Volkshilfe mehr als 1.000 ÖsterreicherInnen zum Thema Demokratie befragt.

Bedenklich: JedeR Vierte will starken Führer

Zum einen wurde die Zustimmung zur Aussage: „Man sollte einen starken Führer haben, der sich nicht um ein Parlament und Wahlen kümmern muss“ abgefragt. 26 Prozent der Befragten stimmen dieser Aussage sehr (8 Prozent) bzw. ziemlich (18 Prozent) zu. 25 Prozent der Befragten stimmen der Aussage wenig und 43 Prozent der Befragten stimmen der Aussage
gar nicht zu. Sechs Prozent machten dazu keine Angabe.

Aber: Sehr hohe Akzeptanz der Demokratie als Regierungsform

Wenngleich dieses Ergebnis nachdenklich stimmt, wissen wir aus rezenten Studien, dass die Demokratie die mit Abstand beliebteste Regierungsform ist. In der SORA/ISA Wahltagsbefragung im Auftrag des ORF stimmten mehr als neun von zehn Befragten (94 Prozent) der Aussage „Demokratie mag Probleme mit sich bringen, aber sie ist besser als jede andere Regierungsform“ sehr bzw. ziemlich zu. Allerdings muss festgehalten werden, dass hier im Vergleich zu 2013 eine negative Entwicklung festzustellen ist. Stimmten dieser Aussage 2013 noch mehr als acht von zehn Befragten (82 Prozent) in der Wahltagsbefragung „sehr“ zu, sind dies 2017 „nur“ noch etwas mehr als sieben von zehn Befragten (72 Prozent), die „sehr“ zustimmen.

Freiwilligenarbeit stärkt Demokratie

Es wurde abgefragt, ob ein Zusammenhang zwischen freiwilliger Arbeit und Demokratie gesehen wird. Mehr als sieben von zehn Befragten (72 Prozent) sind der Meinung, dass Engagement für die Gemeinschaft durch freiwillige Arbeit die Demokratie stärkt. Drei von zehn Befragten (30 Prozent) geben an, sich bereits freiwillig in einem Verein oder einer Initiative zu engagieren.

Protest gehört zur Demokratie

Acht von zehn Befragten (80 Prozent) sehen es als wichtigen Bestandteil der Demokratie, wenn Menschen gegen Missstände protestieren oder sich für gesellschaftliche Anliegen einsetzen. Konsequenterweise sehen auch sieben von zehn Befragten (70 Prozent) eine Einschränkung des Demonstrationsrechts als einen Angriff auf die Demokratie.

Fazit: Gute Bedingungen und Partizipation für Engagierte  und für Demokratie eintreten!

In unserem Land funktioniert seit jeher vieles, weil die Zivilgesellschaft mit ihrem Einsatz und ihrer Begeisterung freiwillig zur Verfügung steht. Hier wird Toleranz gegenüber Gesellschaftsgruppen geübt, es werden Vorurteile abgebaut, Kompetenzen erworben, Sinn gefunden und Gemeinschaft gepflegt.

Das fördert auch das Bewusstsein über die Wichtigkeit von Demokratie. Und dieses gilt es auf allen Ebenen zu stärken. Durch ein klares JA zu Mitbestimmung und Beteiligung. Aber mehr Demokratie bedeutet nicht einfach mehr Volksentscheide. Das ist verkürzt. Denn verpflichtende Volksabstimmungen mit bindenden Ergebnissen stellen eine Verfassungsänderung dar und höhlen die repräsentative Demokratie aus.

Es bedeutet, das Bewusstsein dafür zu erhöhen, dass

  • Der Einsatz für mehr Demokratie auf vielen Ebenen passieren muss (Schule, Universität, am Arbeitsplatz, etc.).
  • Demokratie nicht einfach die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit ist. Sondern dass Kompromisse und ein starker Minderheitenschutz zum Wesen der Demokratie gehören.
  • es mehr Wissen um demokratische Abläufe braucht, mehr Verständnis auch für die oft mühsamen Prozesse. Aber Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind hohe Güter, die jede Mühe lohnen.
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