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Sozialbarometer Kinderarmut

Österreicher*innen fordern: Staat muss armutsbetroffene Kinder stärker unterstützen!

AKTUELLE UMFRAGE ZU KINDERARMUT IN ÖSTERREICH

Österreicher*innen fordern: Staat muss armutsbetroffene Kinder stärker unterstützen!

Für den Volkshilfe Sozialbarometer führt SORA mehrmals jährlich eine repräsentative Befragung zu aktuellen sozialpolitischen Themen durch. Der Sozialbarometer stellt damit ein gutes Instrument zur Beobachtung sozialpolitischer Entwicklungen Österreichs dar. Der aktuelle Sozialbarometer beleuchtet das Thema Kinderarmut vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Epidemie. Die Umfrage beruht auf rund tausend Interviews, die im Juli und August 2020 durchgeführt wurden. 

Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:

Das Ausmaß von Kinderarmut in Österreich wird deutlich unterschätzt. Mehr als die Hälfte der Österreicher*innen nimmt an jedes 10. bis 20. Kind sei betroffen. Tatsächlich betroffen ist jedoch jedes 5. Kind. Die Regierung hat hier einiges aufzuholen, es herrscht immer noch hoher Informationsbedarf. 

  • Das Ausmaß von Kinderarmut in Österreich wird deutlich unterschätzt. Mehr als die Hälfte der Österreicher*innen nimmt an jedes 10. bis 20. Kind sei betroffen. Tatsächlich betroffen ist jedoch jedes 5. Kind. Die Regierung hat hier einiges aufzuholen, es herrscht immer noch hoher Informationsbedarf.
  • 9 von 10 Menschen fordern mehr staatliche Unterstützung für armutsgefährdete Kinder. Die Österreicher*innen fordern also deutlich mehr Maßnahmen gegen Kinderarmut von Seiten der Regierung.
  • Die Schulkosten stellen für ein Drittel der Eltern eine große finanzielle Belastung dar.

Die Ergebnisse im Detail

Ausmaß von Kinderarmut wird deutlich unterschätzt

Werden die Menschen in Österreich gefragt, ob jedes dritte, jedes fünfte, jedes zehnte oder jedes zwanzigste Kind in Österreich armutsgefährdet ist, so trifft etwa ein Drittel die richtige Einschätzung: jedes fünfte Kind.

Die Mehrheit in Österreich (55%) schätzt die Zahl der betroffenen Kinder jedoch deutlich geringer ein (jedes zehnte oder zwanzigste Kind). Das bedeutet, die Regierung hat noch viel Informations- und Aufklärungsbedarf. Alle Österreicher*innen sollten wissen, dass Kinderarmut ein Problem von großer Dimension ist, das dringend eine langfristige Lösung braucht.

Bevölkerung fordert mehr Unterstützung des Staates für arme Kinder

Fast 9 von 10 Menschen in Österreich (87%) fordern mehr Einsatz des Staates, um die Armutsgefährdung von Kindern zu lindern. Sie sehen es als Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass kein Kind von Armut betroffen sein muss.

Insbesondere die Corona-Krise erfordert mehr staatliche Unterstützung für armutsgefährdete Kinder. Etwas mehr als 9 von 10 Menschen in Österreich (92%) finden eine verstärkte Unterstützung erforderlich, etwa in Form von Nachhilfe und Schulsozialarbeit.

Eine weitere Maßnahme, die breite Unterstützung in der Bevölkerung erhält (90% Zustimmung), ist die kostenlose Ausstattung der von Armut betroffenen Schulkinder mit Unterrichtsmaterialien sowie die Möglichkeit, kostenfrei an Schulausflügen teilzunehmen.

Schulkosten für einen Großteil der Eltern eine finanzielle Belastung

Für fast drei Viertel der Haushalte mit Schulkindern in Österreich (70%) sind die Ausgaben, die zum Schulstart und unter dem Schuljahr anfallen (etwa für Schulausflüge), zumindest teilweise eine finanzielle Belastung. Für fast ein Drittel bedeuten diese Kosten sogar eine große Herausforderung.

DIE FORDERUNGEN DER VOLKSHILFE

Kindergrundsicherung, jetzt!

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise werden noch langfristig spürbar sein. Deswegen ist ein einmaliger Bonus für einkommensschwache Familien, die besonders stark von der negativen Konjunktur betroffen sind, nicht ausreichend. Es bedarf eines laufenden, regelmäßigen Ausgleichs für einkommensschwache Familien, um die, von der Corona-Krise katalysierten, finanziellen Einbußen abzufedern: eine Kindergrundsicherung.

Die Volkshilfe hat ein Modell der Kindergrundsicherung entwickelt, es von einem Forschungsinstitut volkswirtschaftlich berechnen lassen und das System 2 Jahre lang mit 23 Kindern und ihren Familien erprobt. Diese Phase wurde auch sozialwissenschaftlich begleitet. Schon vor dem Ende des Projekts können wir sagen, dass die Kindergrundsicherung wirkt und Kinder aus der Armut holt. Bei österreichweiter Einführung dieser Grundsicherung würde die Armutsgefährdungsrate von Kindern und Jugendlichen um 9,3 Prozent sinken.

Wen haben wir befragt

Für den Volkshilfe Sozialbarometer führt SORA mehrmals jährlich eine repräsentative Befragung zu aktuellen sozialpolitischen Themen durch. Die vorliegende Studie zum Thema „Kinderarmut“ beruht auf 1.010 face-to-face Interviews österreichweit mit Personen ab 15 Jahren. Befragt wurde im Zeitraum von 28.7. bis 24.8.2020.

Die Daten wurden gewichtet nach Alter, Geschlecht, Region, Wohnortgröße, Bildung, Personen im Haushalt, Beruf und Berufstätigkeit. Somit entstehen aus diesen Daten repräsentative Aussagen über die österreichische Bevölkerung.

 

 

 

 

 

17. November 2020

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG VON

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