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Sozialbarometer zum Thema Pflege

Rund eintausend Personen ab 15 Jahren wurden im Zeitraum vom 04. bis 30.07.2019 von SORA (Institute for Social Research and Consulting) zum Thema befragt. Die Daten wurden gewichtet nach Alter, Geschlecht, Region, Wohnortgröße, Bildung, Personen im Haushalt, Beruf und Berufstätigkeit. Somit entstanden aus diesen Daten repräsentative Aussagen über die österreichische Bevölkerung.

Zu wenig Unterstützungsangebote in Österreich

Lediglich ein Viertel der Befragten glaubt, dass es in Österreich genügend Unterstützungsangebote für an Demenz Erkrankte gibt, eine Mehrheit von 56% der Befragten ist der Meinung, dass die Unterstützungsangebote in Österreich nicht ausreichen.

„Alle, die schon einmal in die Betreuung eines an Demenz erkrankten Menschen eingebunden waren, wissen, welche Kraftanstrengung das bedeutet. Gerade für diese Gruppe der pflegenden Angehörigen sind genügend Unterstützungs-angebote in ihrer Region nahezu eine Überlebensfrage. Eine Mehrheit der Menschen in Österreich glaubt nicht, dass die derzeitigen Angebote ausreichen.  Das deckt sich auch mit unseren langjährigen Erfahrungen“, stellt der Direktor der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger fest.

Rechtsanspruch auf ausreichende Unterstützungsleistungen

Mehr als acht von zehn Befragten (86%) sind der Meinung, dass es in Zukunft in Österreich einen Rechtsanspruch auf ausreichende Unterstützungsleistungen durch Pflegedienste zu sozial gestaffelten Preisen geben soll.

„Daran kann man erkennen“, so Präsident Sacher, „wie zentral die Frage eines ausreichenden Zugangs zu Pflege- und Betreuungsleistungen für die Menschen ist. Daher fordert die Volkshilfe seit vielen Jahren einen flächendeckenden Ausbau von Unterstützungsleistungen zu sozial gestaffelten und leistbaren Konditionen.

Gleiche Förderung in jedem Bundesland

Für viele Menschen in Österreich ist es vollkommen unverständlich, dass sie Steuern und Sozialversicherungsbeträge in gleicher Höhe bezahlen, dafür aber völlig unterschiedliche Leistungen in Anspruch nehmen können, beziehungsweise gefördert bekommen. Daher gibt es 85% Zustimmung zur Frage, ob es in jedem Bundesland die gleichen Förderungen geben soll.

Pflege als attraktives Beruffeld

Eine deutliche Mehrheit von 56% hält den Pflegeberuf für ein attraktives Berufsbild. Das zeigt, so Fenninger abschließend, „dass die Politik gefordert ist, die Rahmenbedingungen für die Ausübung eines attraktiven Berufsfelds zu verbessern, um die Herausforderung bewältigen zu können. Und der Volkshilfe Sozialbarometer zeigt auch, dass die Menschen von der Politik echte Antworten erwarten. Sie wünschen sich einen Rechtsanspruch auf Pflege, damit sie eine Zukunftssorge weniger haben.“

Ausbildungsangebot für Pflegeberufe

Die Herausforderungen im Bereich Pflege und Betreuung sind schon jetzt sehr hoch. Das WIFO errechnete im Jahr 2017 im Bereich der mobilen und stationären Pflege und Betreuung bis 2030 rund 24.000 und bis 2050 79.000 zusätzliche Pflegekräfte, die für die menschenwürdige Bewältigung dieser Herausforderung benötigt werden. Es wird umfassende Maßnahmen brauchen, um diese  MitarbeiterInnen auszubilden und im Beruf zu halten. Eine dieser Maßnahmen könnte eine berufsbildende Höhere und Mittlere Schule mit dem Schwerpunkt Pflege- und Betreuungsberufe sein. Damit junge Menschen durch die Wartzeit auf eine Ausbildung nicht ihr Interesse verlieren. Mehr als acht von zehn Befragten (82%) sind der Meinung, dass es in Zukunft ein solches  Ausbildungsangebot für Pflegeberufe direkt nach der Schulpflicht geben soll.

 

17. September 2019

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG VON

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