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Volkshilfe startet Kinder-Grundsicherung

In einem ersten Schritt werden 20 armutsbetroffene Kinder mit Kindergrundsicherung unterstützt und wissenschaftlich begleitet.

Im Anbetracht der Kinderarmut in Österreich will die Volkshilfe nicht auf bessere Zeiten warten, sondern handeln. Deswegen beginnt sie ab sofort mit der Umsetzung des von ihr vorgestellten Modells der Kindergrundsicherung. „Wir verwirklichen die Kindergrundsicherung und beforschen die Auswirkungen“, beschreibt Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger die neue Initiative.

Zwei Jahre Chancensicherheit

In einem ersten Schritt wird 20 armutsgefährdeten Kindern zwei Jahre lang die Kindergrundsicherung finanziert. Pro Bundesland wird eine Familie dabei von SozialarbeiterInnen begleitet. Die Auswahl der Familien basiert auf Faktoren, die häufig zu Kinderarmut führen (z. B. alleinerziehender Elternteil) sowie nach regionalen Gesichtspunkten (Stadt-Land-Verteilung). Die Auszahlung der maximal 425 Euro erfolgt monatlich an die Eltern von armutsbetroffenen Kindern bis 18 Jahre. Die Ausgaben, die das Kind betreffen, werden in einem Kinderhaushaltsbuch dokumentiert. Dadurch werden die betroffenen Eltern ermächtigt, die Ausgaben zielgerichtet zu planen. Die Volkshilfe startet außerdem eine große Spendenaktion, um zusätzliche Kinder direkt unterstützen zu können.

Wissenschaftliche Begleitung

Um die Auswirkung auf die Teilhabe der Kinder zu messen, erfolgt auch eine externe sozialwissenschaftliche Begleitung, welche von DDr. Nikolaus Dimmel durchgeführt wird. Mit Dokumentation und Auswertung der Ergebnisse soll untersucht werden, wie eine kindspezifische Leistung die Lebenswelt und Gefühlslage der Kinder und ihrer Familien verändert.

Gesellschaftliche Teilhabe

„Die Einführung einer österreichweiten Kindergrundsicherung kann den Missstand Kinderarmut aufheben und für jedes Kind gesellschaftliche Partizipation, Anerkennung und Selbstverwirklichung sicherstellen“, so Erich Fenninger. Dies bestätigen auch die Berechnungen des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung, welches die Einführung der Kindergrundsicherung simuliert hat: Mit dem Modell könnte die Armutsgefährdungsrate der Gesamtbevölkerung um 3,5 Prozentpunkte verringert werden, jene der Unter-18-Jährigen sogar um drei Fünftel. Mit dem Projekt würde die Volkshilfe diese Zukunft vorweg nehmen, ist Fenninger überzeugt: „Wir unterstützen armutsbetroffene Kinder und Jugendliche, generieren valide Daten für unser Modell der Kindergrundsicherung und schaffen damit die Voraussetzung für dessen landesweite Implementierung.“

21. November 2018

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG VON

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