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Kinderarmut in Österreich

18.000 Kinder mehr von Armut betroffen

Mahnung an Regierung: Von versprochener Halbierung der Armut nach wie vor weit entfernt

Insgesamt sind in Österreich 1.519.000 Menschen von Armut und Ausgrenzung gefährdet. Die Armuts- und Ausgrenzungsgefährdungsquote liegt damit bei 17 Prozent und stagniert weiter auf hohem Niveau. Die sozialen Auswirkungen der aktuellen Teuerung sind in diesen Zahlen noch nicht abgebildet.

Kinderarmut in Österreich - 18.000 Kinder mehr betroffen

Laut EU-SILC-Zahlen waren 2021 368.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren armuts- und ausgrenzungsgefährdet. In absoluten Zahlen sind das 18.000 Kinder mehr, als im Jahr davor. Das Risiko sozialer Ausgrenzung ist für Kinder ungleich höher – 23% gegenüber der Gesamtbevölkerung mit nur 17%.

125.000 Kinder leben in materieller Deprivation, also in einem Haushalt, für den wichtige Güter des täglichen Bedarfs nicht leistbar sind. 43.000 Kinder leben in Haushalten, die es sich nicht leisten können, jeden 2. Tag Fleisch, Fisch oder eine vergleichbare vegetarische Speise zu essen, 34.000 in Haushalten, die ihre Wohnung nicht angemessen warmhalten können. 243.000 Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren leben in einem Haushalt, der es sich nicht leisten kann, zumindest einmal im Jahr Urlaub zu machen. 118.000 leben in Familien, die mit Zahlungen im Rückstand sind. Und das alles noch vor Beginn der großen Teuerungen, die wir seit November 2021 beobachten können.

Von versprochener Halbierung der Armut weit entfernt

Bereits vor zwei Jahren wurde von der Regierung die Halbierung der Armut in Österreich versprochen. Einige wichtige Maßnahmen wie die Kurzarbeitsregelung wurden in der Pandemie umgesetzt. Die Kurzarbeit ist mit Sicherheit ein Grund, warum die Pandemie nicht zu einer Explosion der Armutszahlen bei Erwachsenen geführt hat. Der zuletzt vom Sozialministerium angekündigte flächendeckende Ausbau von Frühen Hilfen Angeboten, die darauf abzielen, Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern frühzeitig zu verbessern, ist besonders begrüßenswert. Dennoch müssen weitere Maßnahmen jetzt gesetzt werden.

„Es ist unmenschlich und unverantwortlich ein halbes Jahr nach Beginn der ersten Teuerungen erst über mögliche Lösungen zu beratschlagen. Für armutsbetroffene Familien reicht das Haushaltsbudget in vielen Fällen nicht einmal bis ans Ende des Monats. Das Warten auf weitere Beratungsrunden wird für sie zur Überlebensfrage in der jeder Tag zählt. Die aktuellen Ausgleichszahlungen werden für diese Menschen nicht einmal die Hälfte ihrer realen Mehrkosten abdecken. Die Schuldenfalle für ihre Zukunft haben wir damit bereits aufgestellt.“, mahnt Volkshilfe Direktor Erich Fenninger.

„Dabei liegen die notwendigen Maßnahmen auf der Hand: Eine sofortige Anhebung der bestehenden Sozial- und Transferleistungen sowie langfristig strukturelle Verbesserung des Arbeitslosengeldes, der Mindestsicherung oder Sozialhilfe, sowie die Einführung einer Kindergrundsicherung, um Österreich tatsächlich armutsfest zu machen“ betont Fenninger abschließend.

28. April 2022

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