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Starkes Zeichen für Demokratie und Menschenrechte

Über 80.000 Menschen demonstrieren in Wien gegen Faschismus & Rassismus

Über 80.000 Menschen setzen eindrucksvolles Zeichen gegen Rechtsextremismus vor dem Wiener Parlament
 

Ein beeindruckendes Zeichen gegen die Bedrohung durch Rechtsextremismus wurde am Abend des 26. Jänners vor dem Parlament in Wien gesetzt. Über 80.000 Menschen versammelten sich unter dem Motto "Demokratie verteidigen – gegen Faschismus & Rassismus", um gemeinsam für Menschenrechte und die Demokratie einzutreten. Die Demonstration wurde von den Organisationen Black Voices Volksbegehren, Fridays for Future und der Plattform für eine menschliche Asylpolitik initiiert. Zahlreiche weitere Gruppen, darunter die SPÖ, die Grünen, die Caritas, der Österreichische Gewerkschaftsbund und die Arbeiterkammer, schlossen sich dem Aufruf an.

Die Solidarität erstreckte sich nicht nur über Wien, sondern auch über andere österreichische Bundesländer. In Innsbruck versammelten sich mehr als 3.000 Menschen, während in Salzburg rund 1.400 Personen an einer Kundgebung gegen Rechts teilnahmen. Die Protestwelle wurde durch einen investigativen Bericht der Rechercheplattform „Correctiv“ ausgelöst. Der Bericht zeigte auf, dass Rechtsextreme in Deutschland, darunter hochrangige AfD-Mitglieder, Neonazis und Unternehmer, die Vertreibung von Menschen planten. Diese beunruhigenden Pläne erinnerten stark an die dunkelsten Zeiten der Geschichte.


Kulturelle Vielfalt und eindringliche Appelle
 

Die Schauspielerin Katharina Stemberger und Hager Abouwarda von der Muslimischen Jugend Österreich moderierten den Abend, der von Aktivist*innen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppierungen und prominenten Künstler*innen getragen wurde.

Der Direktor des Volkstheaters Kay Voges, der seine Bühne für die szenische Lesung der Aufdeckerprotokolle zur Verfügung stellte kam gemeinsam mit Burgschauspieler Martin Schwab auf die Bühne, und zitierte Wolf Biermann. Einer der vielen Höhepunkte war die Rede von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die von Mavie Hörbiger vorgetragen wurde. 

"Ich höre ein Ungeheuer atmen, ich höre, wie der Atem der Demokratie schwächer wird. Ich bin froh, dass Sie alle hier sind und ihr neues Leben einblasen wollen. Ich hoffe, es ist nicht zu spät." (Elfriede Jelinek)

Die Organisator*innen Mireille Ngosso für Black Voices, Daniel Shams für Fridays for Future und Erich Fenninger als Sprecher der Plattform und Direktor der Volkshilfe warnten gemeinsam vor den Gefahren für die Demokratie, wenn permanent rote Linien überschritten werden und offen rassistisches Gedankengut im politischen Diskurs Fuß fasst. 

"Wir stehen heute tatsächlich an einem Kipppunkt der Geschichte. Und so weit vorne am Abgrund wie noch nie in der zweiten Republik." (Erich Fenninger)

Die Schauspielerin und Kabarettistin Aida Loos, die Schriftstellerin Julya Rabinowich, die vielbeschäftigte Schauspielerin Hilde Dalik und Cornelius Obonya brachten ihre Betroffenheit über die Ereignisse zum Ausdruck, Obonya mit einer besonders flammenden und emotionalen Rede. 

Wir bedanken uns sehr herzlich für den Sound von DJane Lucy Bacchanal und für den sehr berührenden Auftritt der Sängerin Ina Regen.

Den kraftvollen Höhepunkt bildete das Abschlusskonzert mit Mary Janes Soundgarden.


Die Demonstration war somit nicht nur ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität gegen Rechtsextremismus, sondern auch ein eindringlicher Appell zum Schutz der demokratischen Grundwerte.


Das war der Programmablauf
 

Block 1 (18:10-18:30)

  • Mireille Ngosso: Black Voices Austria
  • Daniel Shams: Fridays for Future Austria
  • Erich Fenninger: Plattform für eine menschliche Asylpolitik
  • Kay Voges: Direktor Volkstheater, Mitinitiator der Aufdeckung + Martin Schwab: Schauspieler, Ehrenmitglied des Burgtheaters

 

Block 2 (18:30-18:50)

  • Aida Loos: Kabarettistin und Schauspielerin
  • Julya Rabinowich
  • Hilde Dalik: Schauspielerin
  • Cornelius Obonya: Schauspieler

 

Block 3 (19:10-19:35)

  • Ramazan Yıldız: ZARA – Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit
  • Susanne Scholl: Omas gegen Rechts
  • Shoura Zehetner-Hashemi: Amnesty International Österreich
  • Eylem Dersim: Rat der Kurdischen Gesellschaft in Österreich (Feykom)
  • Adaora Ofoedu: Schwarze Frauen Community
     


Block 4 (19:35-20:00)

  • Alon Ishay: Jüdische österreichische Hochschüler:innen (JÖH)
  • Hatice Şahin-Ilter: Freie Aleviten Österreich
  • Josef Zechmeister: Katholische Jungschar
  • Sigi Spenger: SOS Balkanroute
  • Nora Hasan: ÖH Uni Wien

 

30. Januar 2024

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