Porträt einer Frau in ihrer Wohnung – viele Menschen sind auf Sozialhilfe angewiesen.

Sozialhilfe verteidigen

Das letzte soziale Netz

Es geht sich nimma aus!

Für viele Menschen in Österreich ist das Leben bereits unbezahlbar – und jetzt drohen weitere Kürzungen bei der Sozialhilfe.

Die Sozialhilfe ist das letzte Auffangnetz, wenn alles andere versagt. Wer hier Unterstützung braucht, hat keine Rücklagen mehr, keine Alternativen und oft schon einen langen Weg hinter sich.

Und dieses Netz wird politisch geschwächt.

 

Wen es wirklich betrifft

Sozialhilfe ist kein Randthema. Sie betrifft:

  • ein Drittel Kinder
  • ein Drittel Menschen, die nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können – Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder ältere Menschen sowie Erwerbstätige mit zu geringem Einkommen
  • ein Drittel Menschen auf Arbeitssuche

Sozialhilfe bedeutet: Kinder, Pflege, Krankheit, Arbeitssuche. Nicht „Missbrauch“, sondern Realität.

 

Was gerade passiert

Statt Armut wirksam zu bekämpfen, wird die Sozialhilfe seit Jahren gekürzt und verschärft.

Geplante Maßnahmen wie die Anrechnung der Familienbeihilfe treffen besonders Kinder und Familien und verschärfen bestehende Armut.

Wer beim letzten sozialen Netz kürzt, verschärft Armut. Und trifft jene, die ohnehin am wenigsten haben.

 

Unsere Forderungen

Die Volkshilfe fordert eine Rückkehr zu einer echten Mindestsicherung – und damit zu einem sozialen Netz, das das Mindeste sichert:

  • Mindeststandards statt Höchstsätze, österreichweit einheitlich.
  • Armutsfeste Unterstützung, die sich an realen Lebenshaltungskosten orientiert – also nicht am Ausgleichszulagenrichtsatz, sondern bspw. an den Referenzbudgets der Schuldenberatung.
  • Keine Anrechnung von Familienbeihilfe, Wohnbeihilfe oder Spenden.
  • Kinder aus der Sozialhilfe herausnehmen und in eine echte Kindergrundsicherung überführen.
  • Vereinfachung der Antragstellung („One Stop Shop“) und Verkürzung der Bearbeitungszeit auf max. 1 Monat.
  • Anspruch auch für subsidiär Schutzberechtigte.

 

Sozialhilfe verteidigen. Niemand darf durchs letzte soziale Netz fallen.
Setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen weitere Verschlechterungen.

 

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FAQ | Häufige Fragen und Antworten

Literaturliste

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