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Armut

Wie viele arme Menschen kennen Sie? Keine? Sie irren sich, denn wir begegnen ihnen ständig. Wir erkennen sie nur nicht, denn Armut ist oft unsichtbar. Von Armut betroffen ist nicht nur, wer kein Dach über dem Kopf hat. Es sind jene Menschen, die von einem in Österreich üblichen und angemessenen Lebensstandard ausgeschlossen werden.

Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt. Und dennoch:

  • weiß Frau Hermine K., 78, aus dem Burgenland nicht, wie sie im Winter ihre kleine Wohnung heizen soll.
  • muss Familie L. in Niederösterreich am Ende des Monats entscheiden, ob für die zwei Kinder etwas zu essen im Kühlschrank ist oder doch die Stromrechnung bezahlt werden soll.
  • verzweifelt Caroline Z. in Vorarlberg, weil sie ihren beiden Kindern keine Schulausflüge, keinen Sportverein, keinen Nachhilfeunterricht bezahlen kann.

Das sind nur einige Lebenssituationen von insgesamt über 1,2 Millionen armutsgefährdeten Menschen in Österreich. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Was heißt arm?

Wissenschaftlich gesehen wird die Armutsgefährdung über eine Schwelle definiert, die bei 60% des Median-Pro-Kopf-Haushaltseinkommens angesetzt ist. Für einen Einpersonenhaushalt beträgt die Armutsgefährdungsschwelle für 2016 14.220Euro pro Jahr, das sind 1.185 Euro im Monat (Jahreszwölftel). Menschen, die unter dieser Schwelle leben müssen, sind mit schlechteren und gesundheitsschädigenderen Wohnbedingungen – wie beispielsweise Lärm oder Schimmel konfrontiert. Sie sind öfters krank. Sie haben kaum Zukunftsperspektiven. Sie arbeiten, und dennoch bleibt am Ende des Monats nicht genug Geld übrig.

Um die Öffentlichkeit auf die Situation armutsbetroffener Menschen aufmerksam zu machen, organisiert die Volkshilfe jährliche Kampagnen und Tagungen. Über konkrete Angebote vor Ort werden gemeinsam mit den betroffenen Menschen die Lebenswelten gestaltet und Verhältnisse geschaffen, die es ermöglichen, herausfordernden Situationen gestärkt zu begegnen.

Deshalb fordern wir:

  • Aufnahme des Rechts auf Schutz vor Armut und sozialer Ausgrenzung (Artikel 30) sowie des Rechts auf Wohnen (Artikel 31) in die österreichische Verfassung.
  • Neubau von leistbaren, bedarfsgerechten Wohnungen und eigenmittelfreien Zugang zu Wohnraum über verstärkte Investitionen in den Sozialen Wohnbau und eine Wiedereinführung der Zweckbindung in der Wohnbauförderung.
  • Flächendeckende Delogierungsprävention und einen Ausbau der Sozialarbeit durch qualifizierte MitarbeiterInnen in diesem Bereich, um Wohnungslosigkeit zu verhindern.
  • Einführung einer Energiegrundsicherung: Alle Haushalte erhalten damit ein fix definiertes Kontingent an Strom und Wärme kostenlos, angepasst an unterschiedliche (regionale) Wohn- und Heizverhältnisse.
  • Einführung einer Kindergrundsicherung, die sich an den monatlichen Kinderkosten orientiert, bei gleichzeitigem Ausbau sozialer und kostenfreier Infrastruktur (u.a. Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulstandorte).

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IM BEREICH ARMUT & KINDERARMUT

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