Entwicklungszusammenarbeit
Österreichs Sparpolitik ist brandgefährlich
Die Volkshilfe warnt angesichts des aktuellen OECD-Berichts vor weiteren Kürzungen bei Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. Laut den heute veröffentlichten Zahlen sind die öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen 2025 international massiv zurückgegangen. Auch Österreich verzeichnet ein Minus – aus Sicht der Volkshilfe ein gefährliches Signal in einer zunehmend instabilen Weltlage.
Die Volkshilfe Österreich schlägt angesichts der aktuellen OECD-Zahlen Alarm. Demnach sind die sogenannten öffentlichen Entwicklungshilfeleistungen (Official Development Assistance, ODA) 2025 im internationalen Vergleich um 23 Prozent zurückgegangen. Das ist laut Bericht der stärkste jemals verzeichnete Rückgang. Auch Österreichs Beitrag ist im Jahresvergleich um sechs Prozent gesunken.
Die von der OECD erfassten Mittel für Entwicklungszusammenarbeit gelten als zentraler Maßstab für internationale Unterstützung ärmerer Länder. Der aktuelle Einbruch fällt in eine Zeit, in der Kriege, Konflikte und humanitäre Krisen weltweit zunehmen.
Entwicklungszusammenarbeit in einer instabilen Weltlage
„Wir erleben gerade einen negativen Rekord an Kriegen und Konflikten weltweit. Allein die Zahl der bewaffneten Konflikte hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Studien deuten auf eine zunehmend instabile Weltlage hin – mit Konflikten, die sich stärker ausweiten und länger anhalten werden. Angesichts dieser Entwicklungen ist die Kürzung bei Mitteln für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit eine genauso kurzsichtige wie brandgefährliche Strategie“, mahnt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.
Aus Sicht der Volkshilfe sind Kürzungen in der Entwicklungshilfe nicht nur ein humanitäres Problem, sondern auch politisch kurzsichtig. Gerade in Krisenzeiten brauche es verlässliche internationale Zusammenarbeit, um Notlagen abzufedern und langfristige Stabilität zu fördern.
Volkshilfe warnt vor weiteren Kürzungen
Mit Blick auf das kommende Doppelbudget fordert die Volkshilfe die Bundesregierung auf, bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe keine weiteren Kürzungen vorzunehmen.
„Übermäßige Kürzungen beim Auslandskatastrophenfonds und den Mitteln für Entwicklungszusammenarbeit schwächen die internationale Handlungsfähigkeit Österreichs weiter. Wir warnen die Bundesregierung daher eindrücklich vor weiteren Einschnitten mit dem kommenden Doppelbudget“, so Fenninger abschließend.