Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen*
OBRA, Frauenring & Volkshilfe fordern Gewaltschutz
Gewalt an Frauen* ist kein Einzelfall. Sie ist ein strukturelles Problem – und sie passiert jeden Tag. One Billion Rising Austria (OBRA) bringt am 14. Februar in ganz Österreich Menschen zusammen, die das nicht länger hinnehmen – um Gewalt sichtbar zu machen, Betroffene zu stärken und politischen Druck für wirksamen Gewaltschutz aufzubauen.
„Tödliche Gewalt gegen Frauen* ist in Österreich erschreckend hoch. In nur einem Monat gab es bereits drei Femizide. Das sind keine Einzelfälle. Das ist Ausdruck struktureller Ungleichheit, mangelnder Prävention und unzureichend abgesicherter Schutzsysteme“, sagt Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich, der auch einen dringenden Appell an alle Männer richtet, ihre Verantwortung wahrzunehmen, Gewalt an Frauen* aktiv zu bekämpfen.
Petra Unger, Historikerin und Organisatorin der Wiener Frauen*Spaziergänge, schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Eine andere Männlichkeit ist möglich. Prävention beginnt bei Buben, bei Beratung für Männer, bei konsequentem Gewaltschutz und gut geschulten Behörden. Gewaltfreiheit braucht politische Priorität.“
Gewaltschutz ausreichend finanzieren
Klaudia Frieben vom Österreichischen Frauenring betont: „Gewaltschutz darf keine Budgetfrage sein. Schutzräume, Beratung und Prävention brauchen dauerhaft Ressourcen. Frauen müssen sich sicher trennen können. Ohne Angst vor Armut oder Gewalt.“
Auch Expolitikerin und Gründungsmitglied von OBRA, Ewa Ernst-Dziedzic, betont: „Gewalt gegen Frauen ist kein Schicksal, sondern ein kollektives Versagen. Gerade jetzt wird die globale Vernetzung und Tragweite durch die Epstein-Files erkennbar. One Billion Rising zeigt: Wir akzeptieren das nicht länger. Jede*r kann und muss Haltung zeigen. Auf der Straße, online, im Alltag.“
Kunst gegen Gewalt
Aiko Kazuko Kurosaki ist die künstlerische Leiterin von OBRA und sieht in der Kunst eine kraftvolle Botschafterin: „Kunst macht Unsichtbares sichtbar. OBRA verbindet Politik, Zivilgesellschaft sowie künstlerischen Ausdruck und erreicht die Menschen emotional. Dafür braucht es verlässliche Finanzierung und langfristige Unterstützung.“
One Billion Rising macht das Problem sichtbar und fordert: nachhaltige Finanzierung von Gewaltschutz, wirksame Prävention, konsequente Strafverfolgung und eine Kultur, die Gewalt nicht relativiert. Es braucht verpflichtend eine umfassend geschulte Exekutive und eine ebenso verpflichtend wie gut geschulte Richterschaft, die häusliche Gewalt und Beziehungsgewalt richtig einordnen kann.
„Bis zu den benötigten 250 Millionen Euro jährlich sowie den 3.000 zusätzlichen Vollzeitarbeitskräften in der Gewaltpräventionsarbeit ist noch ein weiter Weg. Essentiell ist ebenfalls, Frauen aus finanzieller Abhängigkeit zu befreien. Dafür braucht es Maßnahmen wie das Schließen des Gender Pay Gaps und des Pension Gaps, mehr Abgeltung und Anerkennung für systemrelevante Branchen und eine echte Absicherung für Kinder und Jugendliche“, schließt Erich Fenninger.
One Billion Rising ist eine weltweite Bewegung gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*.
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Foto © Karo Pernegger