Ausgleichstaxfonds
Volkshilfe fordert rasche Stärkung
Die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen ist im Jänner 2026 um 13,9% gestiegen – mehr als dreimal so stark wie im Gesamtdurchschnitt. Die Volkshilfe sieht darin ein alarmierendes Signal und fordert eine Stärkung des Ausgleichstaxfonds zur Sicherung beruflicher Teilhabe.
Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Jänner 2026 sind ein alarmierendes Signal: Mit einem Plus von 13,9% ist der Anstieg bei arbeitslosen Menschen mit Behinderungen mehr als dreimal so hoch wie im Gesamtdurchschnitt. 17.130 Menschen mit Behinderungen waren im Jänner ohne Job. Die Volkshilfe fordert daher eine rasche Stärkung des Ausgleichstaxfonds.
„Diese Zahlen sind ein Weckruf. Wir dürfen keinesfalls eine ganze Generation junger Menschen mit Behinderung von der Arbeitswelt ausschließen. Österreich ist besser“, appelliert Tanja Wehsely, Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien.
Was ist der Ausgleichstaxfonds?
Unternehmen mit mehr als 25 Beschäftigten sind verpflichtet, begünstigte Menschen mit Behinderungen einzustellen. Erfüllen sie diese Beschäftigungspflicht nicht, müssen sie eine sogenannte Ausgleichstaxe bezahlen. Diese Mittel fließen in den Ausgleichstaxfonds.
Aus dem Ausgleichstaxfonds werden Maßnahmen finanziert, die die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen unterstützen – etwa Qualifizierungsprogramme, Arbeitsplatzanpassungen oder Integrationsmaßnahmen.
Angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit fordert die Volkshilfe eine Weiterentwicklung und ausreichende Dotierung des Ausgleichstaxfonds.
Reform statt Sparpolitik
Die Stärkung des Ausgleichstaxfonds ist aus Sicht der Volkshilfe ein zentraler Hebel, um die steigende Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen zu bekämpfen.
„Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Arbeit – nicht nur auf dem Papier, sondern im echten Leben. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und keine Sparpolitik. Die Bundesregierung muss jetzt handeln“, so Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.