Schließung Ukraine-Zentrum: Geflüchtete zahlen Preis
Volkshilfe kritisiert Streit zwischen Bund und Ländern
Das letzte Ankunftszentrum Österreichs für Kriegsvertriebene aus der Ukraine wird geschlossen. Die Volkshilfe, die das letzte Ankunftszentrum am Schlossberg in Wien-Hietzing betreibt, kritisiert den politischen Unwillen zur Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern scharf und fordert zeitnah praktikable Lösungen, um Geflüchtete vor der Wohnungs- und Obdachlosigkeit zu schützen.
„Der Krieg in der Ukraine ist trotz internationaler Friedensbemühungen noch nicht beendet. Es kommen immer noch rund tausend geflüchtete Menschen jeden Monat in Österreich an. Diese Menschen können wir nicht bei eisigen Temperaturen auf der Straße stehen lassen. Der aktuelle Streit zwischen Bund und Ländern darüber, bei wem hier die Verantwortung liegt, muss endlich beendet und Verantwortung übernommen werden“, kritisiert Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.
„Wir schicken niemanden auf die Straße. Notfälle werden weiterhin aufgenommen.“ betont Tanja Wehsely, Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien. „Unsere Kolleg*innen vor Ort im Notquartier unterstützen tagtäglich mit viel Herz und Engagement vertriebene Ukrainer*innen. Wir als Volkshilfe lösen Österreichs Solidaritätsversprechen mit den Ukrainer*innen ein. Wien wurde lange Zeit von Bund und Ländern alleine gelassen. Eine bundesweite und menschliche Lösung ist mehr als notwendig.“
Die Volkshilfe fordert daher, dass Einrichtungen bundesweit geöffnet werden. Es braucht den politischen Willen zur Zusammenarbeit von Bund und Ländern – und weder Kompetenzgerangel noch Verstecken vor der Verantwortung“, so Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich abschließend.