Extreme Ungleichheit
Volkshilfe und SJ fordern Vermögenssteuer
Zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar machen Volkshilfe und Sozialistische Jugend auf die extreme Vermögensungleichheit in Österreich aufmerksam und fordern eine Vermögenssteuer. Während die reichsten 5% mehr als die Hälfte des Nettovermögens besitzen, kämpft die Hälfte der Bevölkerung mit Teuerung, hohen Wohn- und Energiekosten.
Volkshilfe und Sozialistische Jugend sehen in einer Vermögenssteuer in Österreich sowie einer Erbschaftssteuer für große Vermögen zentrale Instrumente, um dieser massiven Vermögensungleichheit entgegenzuwirken.
Vermögensungleichheit ist politisch gemacht
„Die reichsten fünf Prozent der Haushalte in Österreich besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens. Die ärmere Hälfte verfügt nicht einmal über vier Prozent. Diese Schieflage ist politisch gemacht. Es ist sozial gerecht, große Vermögen und Erbschaften zu besteuern und das Geld dorthin zu lenken, wo es unsere Gesellschaft dringend braucht: im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen, bei der Pflege oder dem Ausbau klimasozialer Infrastruktur“, so Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger.
„Viele Menschen erarbeiten Tag für Tag den Reichtum in diesem Land, davon profitieren allerdings nur wenige. Wer soziale Gerechtigkeit will, muss Überreichtum und große Erbschaften besteuern“, betont Larissa Zivkovic, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend. „Es ist absolut inakzeptabel, dass Millionen für Wohnen, Bildung, Energie und ein Leben in Würde fehlen, während Vermögen an der Spitze weiter explodieren.“
Der Anteil der Vermögenssteuern in Österreich liegt derzeit bei nur rund einem Prozent des gesamten Steueraufkommens – ein internationaler Tiefstwert. Im OECD-Vergleich zählt Österreich damit zu jenen Ländern mit besonders geringer Besteuerung großer Vermögen.
Vermögenssteuer für Soziales, Bildung, Pflege und Klimamaßnahmen
Soziale Ungleichheit ist kein Naturgesetz. Sie ist politisch gemacht und damit auch strukturell veränderbar. Eine Vermögenssteuer in Österreich würde gemeinsam mit einer fairen Besteuerung großer Erbschaften finanzielle Spielräume für Bildung, Pflege, Gesundheit und klimasoziale Infrastruktur schaffen.
Volkshilfe und Sozialistische Jugend fordern eine gerechte Verteilung der Ressourcen mit fairen Beiträgen auch der Superreichen. Eine zentrale Maßnahme dabei ist Kindergrundsicherung, die Kindern und Jugendlichen unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern faire Chancen und echte Teilhabe sichert.
„Das ist eine Frage des politischen Willens und zudem Voraussetzung für ein nachhaltiges, friedliches Zusammenleben, denn soziale Ungerechtigkeit verzerrt demokratische Prozesse, schwächt die Chancengleichheit und untergräbt die Idee gleicher politischer Teilhabe“, schließt Fenninger.