Eine ältere Frau sitzt nachdenklich am Fenster – viele Pensionistinnen sind von Altersarmut betroffen.

Altersarmut bei Frauen

Volkshilfe drängt auf bessere Absicherung

Jede fünfte Frau über 65 ist in Österreich von Armut betroffen oder armutsgefährdet. Niedrige Pensionen, steigende Lebenshaltungskosten und unbezahlte Care-Arbeit verschärfen die Situation vieler Pensionistinnen. Die Volkshilfe fordert zum Weltfrauentag Maßnahmen gegen Altersarmut bei Frauen.

Altersarmut bei Frauen ist in Österreich ein massives Problem. Jede fünfte Frau über 65 Jahren ist von Armut betroffen oder armutsgefährdet. Gleichzeitig liegt die mittlere Pension von Frauen unter der Armutsgefährdungsschwelle. Frauen erhalten im Durchschnitt rund 40% weniger Pension als Männer.

„Wer nicht in der Lage ist, seine Aufwendungen zu bestreiten, friert im Winter, verzichtet im Alltag, leidet unter gesundheitlichen Belastungen und zieht sich oft sozial zurück“, bringt Erich Fenninger, Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich, die Lebensrealität vieler älterer Frauen auf den Punkt.

Scham und sozialer Rückzug verschärfen die Situation

Nicht nur Geldmangel und steigende Lebenshaltungskosten setzen viele Pensionistinnen unter Druck. Auch Scham und Beschämung führen häufig zu sozialem Rückzug. Für die Betroffenen kann das Ernährungsarmut sowie gesundheitliche Belastungen – sowohl physisch als auch psychisch – bedeuten.

„Bei der Teuerung, den hohen Mieten und Energiekosten sowie den steigenden Lebensmittelpreisen reicht die Ausgleichszulage von rund 1.230 Euro nicht aus. Kommen noch gesundheitliche Ausgaben hinzu, müssen sich die Betroffenen zwischen Heizen oder Essen entscheiden. Das darf nicht sein“, betont Judith Ranftler, Geschäftsleitung der Volkshilfe Österreich.

Die Volkshilfe fordert daher eine Anhebung der Ausgleichszulage auf ein Niveau, das die realen Lebenskosten absichert und soziale Teilhabe ermöglicht.

Strukturelle Ursachen von Altersarmut bei Frauen

Langfristig braucht es strukturelle Maßnahmen, um Altersarmut bei Frauen zu verhindern. Dazu zählen gerechte Löhne, eine bessere Verteilung unbezahlter Care-Arbeit sowie eine familiengerechte Sozialpolitik mit flächendeckender und qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung.

„Damit Frauen in Zukunft nicht mehr von Altersarmut betroffen sind, ist es Aufgabe der Politik, hier und jetzt für gerechte Löhne, gute Kinderbetreuung und eine stärkere Beteiligung von Vätern an der Care-Arbeit zu sorgen“, appelliert Fenninger abschließend.