Mehrere Kinder mit bunten Schwimmhauben üben gemeinsam in einem Schwimmbecken während eines Schwimmkurses.

Kinderarmut

Schwimmen lernen darf keine Geldfrage sein

Anlässlich des Internationalen Tags des Ertrinkens macht die Volkshilfe auf den Zusammenhang zwischen Kinderarmut und fehlenden Schwimmkenntnissen aufmerksam. Armutsbetroffene Kinder haben oft schlechtere Chancen, schwimmen zu lernen. Leistbare Schwimmbäder und kostenlose Schwimmkurse können Kinderleben schützen.

 

2026 könnte aufgrund der starken Hitzewellen ein Jahr mit mehr Todesfällen durch Ertrinken werden. Bei Kindern unter 14 Jahren ist Ertrinken in Österreich die zweithäufigste Ursache tödlicher Unfälle. Die Volkshilfe weist darauf hin, dass Kinderarmut das Risiko zusätzlich erhöht, weil vielen Kindern der Zugang zu Schwimmkursen und regelmäßigen Übungsmöglichkeiten fehlt.

Rund jedes zehnte Opfer tödlicher Ertrinkungsunfälle ist laut Kuratorium für Verkehrssicherheit ein Kind. Gleichzeitig ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die nicht schwimmen können, von 134.000 im Jahr 2024 auf 137.000 im Jahr 2025 gestiegen.

 

Kinderarmut erschwert Schwimmen lernen

Studien aus Deutschland zeigen, dass Kinder und Jugendliche mit niedrigem Sozialstatus seltener schwimmen können als Gleichaltrige mit hohem Sozialstatus. Das gilt auch für Österreich und verwundert wenig. Schwimmkurse kosten oft 300 Euro und mehr“, kritisiert Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

In vielen Gemeinden fehlen kostenfreie oder günstige Angebote. Oft fehlen auch familiäre Vorbilder, die selbst schwimmen können. Gleichzeitig bleibt Familien mit geringem Einkommen der regelmäßige Besuch eines Schwimmbads häufig verwehrt. Damit fehlen Kindern wichtige Möglichkeiten, ihre Schwimmkenntnisse zu festigen.

 

Leistbare Schwimmkurse und öffentliche Infrastruktur ausbauen

„Besonders problematisch ist, dass die Zahl der Schwimmbäder wegen der schwierigen Gemeindefinanzen weiter zurückgeht. Thermen sind jedoch teuer und für viele Familien nicht leistbar. Armutsbetroffene Kinder und Jugendliche brauchen eine gut ausgebaute öffentliche Infrastruktur mit leistbaren Eintritten und ein breitflächiges Angebot an gratis Schwimmkursen. Das schützt Kinderleben“, betont Fenninger abschließend.