Sozialbarometer Armut
73% für eine Kindergrundsicherung
73% der Befragten sprechen sich für die Absicherung aller Kinder durch eine Kindergrundsicherung aus. Das zeigt das aktuelle Sozialbarometer Armut der Volkshilfe. Die repräsentative Umfrage macht deutlich: Die Bevölkerung will Kinderarmut bekämpfen und Familien besser unterstützen.
Sozialbarometer Armut: Klare Mehrheit für bessere Absicherung
395.000 Kinder und Jugendliche in Österreich sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Dass sich daran etwas ändern muss, ist für die große Mehrheit der Bevölkerung klar: 76% der Befragten halten das Ziel, Kinderarmut bis 2030 zu halbieren, für sehr wichtig. Das Foresight-Institut hat die österreichweite Befragung im Auftrag der Volkshilfe durchgeführt.
Auch bei konkreten Maßnahmen ist die Zustimmung hoch: 73% unterstützen die Absicherung aller Kinder durch eine Kindergrundsicherung. Denn viele Familien nehmen Sozialhilfe nicht in Anspruch, obwohl sie darauf Anspruch hätten. Dadurch entgehen auch ihren Kindern Leistungen.
79% befürworten zusätzliche finanzielle Unterstützung für Kinder, deren Eltern trotz Erwerbstätigkeit nur ein geringes Einkommen haben.
Kindergrundsicherung: Unterstützung, die bei Kindern ankommt
Für die Volkshilfe zeigen die Ergebnisse einen klaren Handlungsauftrag an die Politik. Eine Kindergrundsicherung kann Familien verlässlich unterstützen und auch jene Kinder erreichen, die bisher keine oder nur geringe zusätzliche Hilfe erhalten.
„All diese Ziele können wir mit einer Kindergrundsicherung erreichen. Sie kann die Kinderarmut in Österreich halbieren und sorgt dafür, dass alle Kinder die Leistungen erhalten, die ihnen zustehen. Gleichzeitig schafft sie Verbesserungen für benachteiligte Kinder, die bisher keine oder nur geringe zusätzliche Unterstützung erhalten haben, nämlich jene, die in Familien mit Unterstützung aus der Arbeitslosenversicherung sowie in Working-Poor-Familien leben“, erklärt Volkshilfe Direktor Erich Fenninger.
Das 3-Säulen-Modell der Volkshilfe verbindet Geldleistungen für alle Kinder, zusätzliche einkommensabhängige Unterstützung und den Ausbau von Angeboten wie Kinderbetreuung. Finanzielle Leistungen helfen unmittelbar im Alltag. Eine gut ausgebaute Infrastruktur entlastet Familien langfristig und verbessert die Chancen der Kinder.
80% unterstützen eine Millionärssteuer
Auch zur Finanzierung sozialstaatlicher Maßnahmen hat die Bevölkerung eine klare Haltung: 80% der Befragten sprechen sich für die Einführung einer Millionärssteuer aus.
Die Volkshilfe fordert eine ernsthafte Debatte darüber, wie sehr große Vermögen einen angemessenen Beitrag zur Finanzierung des Sozialstaats leisten können. Soziale Absicherung braucht eine verlässliche und gerechte Finanzierung.
Mehrheit gegen Einsparungen bei Familienleistungen
61% lehnen es ab, Familienleistungen wie Familienbeihilfe oder Kinderbetreuungsgeld in den nächsten zwei Jahren erneut nicht an die Teuerung anzupassen. Steigen die Preise, während die Leistungen gleich bleiben, können Familien damit weniger bezahlen.
Die Volkshilfe fordert deshalb, Familienleistungen wieder jährlich an die Teuerung anzupassen. Zusätzlich braucht es gezielte Unterstützung für Menschen, deren Erwerbseinkommen nicht für die laufenden Lebenshaltungskosten reicht.
Kinderarmut halbieren: Jetzt braucht es einen verbindlichen Plan
Die Bundesregierung muss einen verbindlichen Plan vorlegen, um Kinderarmut bis 2030 zu halbieren. Dazu gehören jährliche Zwischenziele, klare Zuständigkeiten und ein gesichertes Budget. Fortschritte müssen öffentlich überprüft werden.
Die Volkshilfe fordert außerdem die Veröffentlichung der Ergebnisse der Umsetzungsstudie zur Kindergrundsicherung und den Ausbau der Kinderbetreuung – mit einem Recht auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten Geburtstag.
Das Sozialbarometer Armut zeigt: Die Unterstützung für eine bessere Absicherung von Kindern ist da. Jetzt muss die Politik handeln.