Lange Kolonne von Radfahrer*innen der Tour de Chance auf einem Radweg zwischen Feldern im Südburgenland. Gemeinsam setzen sie ein Zeichen gegen Kinderarmut in Österreich.

Radeln gegen Kinderarmut

Das war die Tour de Chance 2026

Mehrere Bundesländer, tausende erreichte Kinder und Jugendliche, engagierte Schulen, Gemeinden, Vereine und hunderte Mitradler*innen: Die Tour de Chance 2026 führte die Volkshilfe quer durch Österreich. Gemeinsam setzten wir ein Zeichen gegen Kinderarmut und für gleiche Chancen für alle Kinder.

 

„Was mich bei der Tour de Chance jedes Jahr beeindruckt, ist die Klarheit, mit der Kinder und Jugendliche über Gerechtigkeit sprechen. Sie sehen sehr genau, wo Menschen ausgeschlossen werden und wo Chancen ungleich verteilt sind. Diese Stimmen dürfen nicht nur für einen Tag gehört werden. Sie müssen auch in der Politik Gehör finden. Kinderarmut ist kein Naturgesetz. Sie ist das Ergebnis politischer Entscheidungen – und kann durch politische Entscheidungen auch überwunden werden“, sagt Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger.

Die Tour de Chance ist die jährliche Fahrradtour der Volkshilfe gegen Kinderarmut. Entlang der Strecke besuchen wir Schulen, Gemeinden, soziale Einrichtungen und Initiativen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erfahrungen, Ideen und Forderungen von Kindern und Jugendlichen selbst. Denn Kinderarmut ist auch in Österreich Realität: Aktuell sind 395.000 Kinder und Jugendliche von Armut oder Ausgrenzung betroffen. Deshalb fordert die Volkshilfe weiterhin die Einführung einer echten Kindergrundsicherung, damit alle Kinder die gleichen Chancen auf Bildung, Gesundheit und soziale Teilhabe erhalten.

Niederösterreich: Auftakt im Weinviertel

Der Auftakt der Tour de Chance führte durch das Weinviertel. Gemeinsam mit Vertreter*innen der Gemeinden, engagierten Bürger*innen und zahlreichen Unterstützer*innen radelten wir von Wilfersdorf über Hausbrunn und Hohenau bis nach Rabensburg.

Entlang der gesamten Strecke wurde die Tour herzlich empfangen. Bürgermeister Josef Tatzber (Wilfersdorf), Bürgermeister Mario Gaida (Hausbrunn), Bürgermeister Wolfgang Gaida (Hohenau an der March) und Bürgermeister Wolfram Erasim (Rabensburg) begrüßten die Teilnehmer*innen in ihren Gemeinden. Begleitet wurde die Tour außerdem von Nationalrätin Melanie Erasim, Bundesrat Martin Peterl und Landtagsabgeordnetem René Zonschits. Besonders spürbar waren die Offenheit, die Gastfreundschaft und das große persönliche Engagement vor Ort.

Wien: Gemeinsam mit der Kidical Mass

In Wien schloss sich die Tour de Chance der Kidical Mass an. Gemeinsam mit tausenden Kindern, Familien und Unterstützer*innen ging es durch die Wiener Innenstadt bis zur Zirkuswiese im Prater.

Im Mittelpunkt standen kinderfreundliche Städte, sichere Wege und die Frage, wie gesellschaftliche Teilhabe für alle Kinder gelingen kann. Denn Kinderarmut bedeutet nicht nur zu wenig Geld. Sie bedeutet oft auch Ausschluss – nicht mitmachen können, nicht dazugehören und auf vieles verzichten müssen, was für andere selbstverständlich ist.

Gemeinsam mit der Volkshilfe Wien setzte die Tour de Chance ein Zeichen für gleiche Chancen, soziale Teilhabe und eine echte Kindergrundsicherung.

Salzburg: Bergauf gegen Kinderarmut

Ein besonderer Höhepunkt war das Charity-Bergzeitfahren in Salzburg. Mehr als 100 Teilnehmer*innen gingen in Bruck an der Großglocknerstraße an den Start und radelten für den guten Zweck bergauf. Gleichzeitig sorgte der Kids-Parcours für Begeisterung bei den jüngsten Teilnehmer*innen.

Besonders beeindruckend war der generationenübergreifende Charakter der Veranstaltung: Vom Kindergartenkind bis zu erfahrenen Radsportler*innen wie Glocknerkönig-Vorjahressieger Rene Pammer waren alle vertreten. Gemeinsam wurde ein starkes Zeichen gegen Kinderarmut und für eine Kindergrundsicherung gesetzt.

Ein herzliches Dankeschön gilt dem Glocknerkönig, dem Tourismusverband BRUCK FUSCH | GROSSGLOCKNER, Bike Infection Bruck sowie allen Helfer*innen und Unterstützer*innen, die diesen Tag möglich gemacht haben.

Oberösterreich: Begegnungen entlang der Strecke

In Oberösterreich führte die Tour de Chance von Steyr über mehrere Gemeinden bis ins Museum Arbeitswelt. In Steyr wurde die Tour von Bürgermeister Markus Vogl empfangen. Auch entlang der weiteren Strecke durch Neuzeug, Aschach und Ternberg standen Begegnungen mit Vertreter*innen der Gemeinden, sozialen Einrichtungen der Volkshilfe und engagierten Bürger*innen im Mittelpunkt.

Besonders die Gespräche entlang der Strecke machten deutlich, wie präsent das Thema Kinderarmut in vielen Gemeinden ist. Die Tour bot Gelegenheit zum Austausch und zeigte gleichzeitig, wie viele Menschen bereit sind, sich für mehr Chancengerechtigkeit einzusetzen.

Kärnten: Gemeinsam für gleiche Chancen

In Kärnten führte die Tour de Chance von St. Veit über Maria Saal bis nach Klagenfurt. Entlang der Strecke besuchten wir Schulen und trafen Vertreter*innen aus Gemeinden und Politik.

Mit dabei waren unter anderem Bürgermeister Martin Kulmer (St. Veit an der Glan), Bürgermeister Franz Pfaller (Maria Saal), der 3. Landtagspräsident Günter Leikam sowie Bildungs-Landesrat Peter Reichmann.

Gemeinsam wurde deutlich gemacht: Kinderarmut ist keine Randerscheinung, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung, die entschlossenes politisches Handeln erfordert.

Steiermark: Jugendliche zeigen Haltung

Ein besonders eindrucksvoller Tourstopp fand an der Mittelschule sowie dem BG und BRG Klusemannstraße in Graz statt. Über mehrere Wochen hatten sich Schüler*innen intensiv mit dem Thema Kinderarmut auseinandergesetzt.

Die Jugendlichen präsentierten Poetry Slams, Gedichte, Bilder, Kurzfilme, ein mehrtägiges Selbstexperiment mit Videodokumentation sowie eigens entwickelte Spiele zum Thema Armut und soziale Gerechtigkeit. Dabei stellten sie Fragen, die direkt ins Herz gesellschaftlicher Debatten treffen: Warum sind Mieten so teuer? Warum gibt es keine Reichensteuer? Warum haben nicht alle Kinder die gleichen Chancen?

Gemeinsam mit Volkshilfe Steiermark-Präsidentin Barbara Gross, Geschäftsführerin Brigitte Schafarik, Direktor Klaus Tasch und den engagierten Lehrkräften (ein herzliches Dankeschön an Elisabeth Möstl-Hassenpflug, Elisabeth Zach und Andreas Reinhardt sowie an alle beteiligten Schüler*innen) entstand ein inspirierender Austausch über soziale Gerechtigkeit, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung.

Burgenland: Großer Abschluss im Südburgenland

Den Abschluss der Tour bildete das Burgenland. Entlang der Strecke konnten rund 1.200 Kinder und Jugendliche erreicht werden, etwa 200 davon radelten sogar mit.

Die Stimmung war großartig. Zahlreiche Schulen, Direktor*innen, Pädagog*innen und Schüler*innen beteiligten sich mit großem Engagement an der Aktion. Besonders beeindruckend war zu sehen, wie intensiv sich viele Kinder und Jugendliche mit Fragen von Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Kinderarmut beschäftigen.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Schulen, Direktor*innen, Pädagog*innen und Schulmitarbeiter*innen, die die Tour entlang der Strecke unterstützt haben. Danke auch an Bürgermeister Jürgen Dolesch (Stegersbach) und Bürgermeister Vinzenz Knor (Güssing), an alle Mitradler*innen sowie an den Arbeiter-Samariterbund für den Ambulanzdienst und an Waldquelle für die Bereitstellung der Erfrischungen entlang der Strecke.

 

Kinderarmut bekämpfen: Die Forderung bleibt

Die Tour de Chance 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie viele Menschen bereit sind, sich für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen. Sie hat aber auch deutlich gemacht, dass Kinderarmut weiterhin eine der größten sozialen Herausforderungen Österreichs bleibt.

395.000 Kinder und Jugendliche sind aktuell von Armut oder Ausgrenzung betroffen. Hinter dieser Zahl stehen Kinder, die auf Schulausflüge verzichten müssen, keinen Sportverein besuchen können oder deren Familien am Monatsende nicht wissen, wie sie alle Rechnungen bezahlen sollen.

Die Volkshilfe fordert deshalb weiterhin die Einführung einer Kindergrundsicherung. Denn jedes Kind hat das Recht auf ein gutes Leben, auf Bildung, Gesundheit und soziale Teilhabe – unabhängig vom Einkommen seiner Eltern.

Danke an alle Mitradler*innen, Schulen, Gemeinden, Partner*innen, Unterstützer*innen und Landesorganisationen, die die Tour de Chance 2026 möglich gemacht haben.

Die Tour de Chance 2026 wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz unterstützt.